Posts mit dem Label Aroma werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Aroma werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

26.11.2020

rosmarinkekse

rosmarinkekse I fräulein text


                                                                   kerze, gerhard richter









                .. .            ....          





rosmarinkekse I fräulein text

Letztes Jahr im Herbst saß ich im Schuppen des historischen Schulgartens und war ganz wild auf Grün. Bin eingetaucht in das Thema >Essbare Natur<, habe mir Tee und Kräuterkekse reichen lassen, mal mehr oder weniger überraschende Blüten probiert, und mich dann sehr für die mit Rosmarin begeistert. Für den mürben, sandigen Biss, das Salzige und ungewöhnlich Ätherische in einem süßen Keks. Mit diesem guten Geschmack war ich scheinbar nicht alleine: Zusammen mit gefüllten Wissenslücken verließen auch viele handgeschriebene Rosmarinnotizen den Raum :)

Ich habe das Rezept für die Rosmarinkekse seitdem schon einige Male nachgebacken (in leicht angepasster Form und für mich perfekt so) und finde, das ist ein wunderbarer Allwetterkeks, aber auch einer für den weihnachtlichen Plätzchenteller. Erinnert an Heidesand oder Sablés, die hier beide schon notiert wurden. Ziemlich gute Kekse mit ziemlich guten Erinnerungen . . .

Der Fünf-Zutaten-Teig ist ein klassischer Mürbeteig ohne Ei, aber mit >ordentlich< Butter. Ich verwende Salzbutter. Butter und ein Teelöffel (Stein-)Salz tun es auch, doch mir schmeckt es mit guter, frischer Salzbutter ttsl besser. Geschmeidige 250 Gramm müssen es sein. Diese werden zügig verknetet (erst Knethaken, dann Hand) mit 90 Gramm (Rohrohr-)Zucker, 300 Gramm Dinkelmehl (Typ 630) und 100 Gramm Stärke, beides gesiebt, und – na klar! – mit Rosmarin. Fein gehackte Nadeln von mindestens fünf langen Zweigen.

Zu kerzengeraden Rollen formen, einpacken und kühl stellen, am besten über Nacht. Anschließend in dicke(re) Scheiben schneiden und ab aufs Blech damit. Bei vorgeheizten 180 Grad O/U min 15 Minuten leicht anbräunen. Untergittert auslüften lassen – und wer mag, tupft den lauwarmen Rand ringsum noch in etwas Rosmarinzucker. Ich mag, mit und ohne. Der Teig reicht für rund/e 50 Kekse (naschen inklusive :)).

Anni backt übrigens auch Rosmarinkekse: glutenfrei und mit dem 1a Twist ;)

16.10.2020

quitterie (und gedanken in gelee)

quitten(gelee) I fräulein text




piet oudolf I fräulein text
dan gold I unsplash

peter lindbergh I fräulein text
quitten(gelee) I fräulein text

to quit / etw. beenden, aufhören, verlassen

quitten(gelee) I fräulein text


Einen bekannten Raum wieder zu betreten, der einige Zeit keinen Raum hatte, fühlt sich seltsam und vertraut zugleich an. Lange war ich mir nicht sicher, ob ich hierhin zurückkehren möchte, anknüpfen, weitermachen – oder ob das hier >einfach vorbei< ist. Ehrlich gesagt weiß ich es noch immer nicht, aber irgendwie ist das im Moment auch nicht wichtig. Gerade finde ich es einfach schön, dass es diesen Ort (noch) gibt. >Es ist was es ist<; in diesem Fall ein großes digitales Blatt Papier.

. . . auf dem ich festhalten kann, was gerade so passiert. Ich ernte Quitten aus #nachbarsgarten. Zu dem es jetzt als Pendant auch #nachbarsfeld gibt (das dem Nachbarn aber gar nicht gehört). Vielmehr ist es ein Gemüseacker, den ich seit drei Saisons zusammen mit meinem Nachbarn bewirtschafte und beernte, und der hier in Zukunft bestimmt das ein oder andere Mal vorkommen wird, weil ich jetzt so ne >leidenschaftliche Landfrau< bin. O-Ton meiner Freundin Manu. Du liest mit, oder? ;) 

Zurück zu den Quitten. Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal Gelee gekocht. Rezepte dafür gibt es ja im Netz en masse, aber da das hier mein Notizbuch ist, vermerke ich ein paar erinnernswerte Dinge.

1 Entsaften mit einem klassischen Dampfentsafter funktioniert 1A. Die Quitti kompletti verwenden. Also geviertelt mit Schale, Gehäuse, Stiel, Blüte, alles bleibt dran und drin.

2 Die Saftausbeute ist eher mäßig (knapp 2 Liter auf 4,5 Kilo Quitten), aber formidabel. Es rinnt fast schon ein Sirup aus dem Schlauch.

3 Limette statt Zitrone.

4 Ich verwende wenig(er) Rohrohrzucker, nehme dafür aber – auch wenn Quitten von Natur aus sehr pektinhaltig sind – eine Extraportion Pektin (reines Apfelpektin ohne weitere Zusätze). Stichfest wird das Gelee so zwar nicht, aber für meinen Geschmack passt’s. Zu langes Einkochen löst die Pektinverbindung übrigens wieder auf . . .


Apropos Garten: Ein Newsletter, den ich sehr empfehlen kann, ist der des >Golden Rabbit<. Lohnt sich. Es steckt sooo viel drin. Information, Inspiration. Witz und Wissen. Hier die aktuelle Ausgabe aus dem September.

Zuletzt gelesen: >Alte Sorten< von Ewald Arenz.

So schade, dass man den privaten Garten von Piet Oudolf nicht mehr besuchen kann. Ich erinnere mich zu gerne an das (aller-)letzte Mal – und finde ja die Bemerkung, seine Gartengestaltung erinnere an die ungepflegten Grünstreifen parallel der Autobahnen, ist ein Kompliment :)

06.02.2017

tom kha gai (hühnersuppe mit kokosmilch)

tom kha gai (hühnersuppe mit kokosmilch) I fräulein text

minus o grad



tom kha gai (hühnersuppe mit kokosmilch) I fräulein text

#eiskaltsonneblauwolken

So war es im Januar oft. Winter, wie ich ihn liebe – und genau so darf er auch gerne bleiben. Winter ist so lange Winter, bis der Frühling kommt, und der ist zwar langsam, aber für mich noch lange nicht greifbar. Ich mag das, und es ist gut. Mir gefällt auch, wie MAV es sieht. 

*

Zum ersten Mal eine Tom Kha Gai (eine Hühnersuppe mit Kokosmilch) kochte ich letzten Sommer, als ich eine Erkältung wegzulöffeln hatte und der klassischen Hühnersuppe ein wenig überdrüssig war. Der Anfang einer Endlosschleife . . . aber zumindest einer, die in warmer Begleitung besser schmeckt :) Apropos Geschmack: Ich gehöre zu denen, die vorher tatsächlich noch nie eine Tom Kha Gai gegessen haben, insofern fehlt mir jegliche Referenz, aber das, was she simmers, wird ganz bestimmt auch weiter in meinem Topf köcheln (müssen). 

Die Basis ist eine richtig gute Bio-Hühnerbrühe. Rund 700 Milliliter. Diese werden zu einem Konzentrat auf die Hälfte eingekocht (manchmal verzichte ich allerdings auch auf diesen Schritt . . .) und anschließend zusammen mit 350 Milliliter Kokosmilch, einer Stange Zitronengras, leicht mit einem Messer >angeschlagen<, 4 bis 5 zerrissenen Kaffirlimettenblättern (ohne Venen) und feinen Scheiben eines Fünf-Zentimer-Stücks Galgant erhitzt.

Brühe und Milch sollen die Aromen gut aufgenommen haben (ruhig ein paar mehr Minuten ziehen lassen), bevor das Hühnerfilet (etw 500 Gramm) stückchenweise und bei moderater Hitze in der Suppe gegart (nicht gekocht!) wird.

Zwei Handvoll Pilze (im Original >Straw Mushrooms<, ich verwende Champignons) in Viertel o Scheiben hinzugeben, ebenso Birds Eye Chilis – 5 bis 6 oder auch weniger, je nach persönlichem Schärfegrad. Meiner ist nicht sonderlich hoch ;) Wem an dieser Stelle etwas Flüssigkeit fehlt, gießt Huhn nach o etwas Wasser auf. Topf vom Herd ziehen und mit Fischsauce (etw 50 Milliliter) sowie dem Saft von mindestens zwei Limetten (!) abschmecken. Ich verwende auch noch etwas Palm- o Kokosblütenzucker und streue zum Schluss nach Rezept reichlich Koriander (und nach Geschmack Thai-Basilikum) >on top<.

PS: Zitronengras, Limettenblätter und Galgant können nicht mitverzehrt werden. Entweder ihr fischt sie vorher raus o separariert sie (etwas umständlich) während des Löffelns – so wie ich ;)
MerkenMerken
MerkenMerken

13.01.2017

golden cookies (oatcakes + gewürzkekse)

schottische oatcakes + knusprige gewürzkekse I fräulein text


°
°
*

Eigentlich hatte ich vor, die Siebzehn mit einem kleinen Rückblick zu begrüßen – einfach, um mir (auch) selbst vor Augen zu halten, dass es da was Gutes gab im letzten Jahr. Neben den vielen ernüchternden (vor allem gesundheitlichen) Dauer/Baustellen – und dann ist plötzlich schon der dreizehnte Tag. Und ich entscheide mich für goldene Zuversichts-Cookies. Auf 352 kommende Tage voller Mut und Strahlkraft, genügend Biss und noch mehr Leichtigkeit, Akzeptanz und (inneren) Frieden. Glück, Gelassenheit und ein >Gemeinsam< in den richtigen Momenten.
Es schneit (gerade).

Die Plätzchensaison ist letztes Jahr einfach ausgefallen. Es fehlte die Lust, ja, aber es war auch ein bewusster Verzicht zugunsten meines Körpers. Ausnahme waren die krossen Gewürztaler mit Nuss, Trockenfrucht und Amaranth. Letzte Woche kamen schottische Oatcakes hinzu. Sehr mild gesüßt, fast schon neutral, perfekt als salzig belegte Frühstücks/Lunch/Snack-Basis. Süßer wird es mit ein bisschen Nussmus uo Fruchtaufstrich. Ich zehre immer noch vom Sanddornglas aus der >Villa Augustus<, deren Herbstbesuch in Spontanweite zum Meer definitiv zu diesen >richtigen Momenten< zählte.

Oatcakes (nach 3191 Miles Apart)

150 Gramm Haferflocken, 125 Gramm Dinkelmehl (Typ 630), 40 (bis 50) Gramm Zucker im 1:1 Verhältnis von Kokosblüte und Muscovado, 1/2 Teelöffel Salz, 1/2 Teelöffel Natron, 115 Gramm weiche (!) Butter sowie als persönliche Geschmackszugabe 1 Esslöffel gemahlener Mohn in einem >Food Processor< o auf der untersten Stufe des Handrührers langsam miteinander verkneten. 2 großzügige Esslöffel (Rahm-)Joghurt hinzufügen, bis sich ein weicher, leicht klebriger Teig formt. Mehlbestäubt zu einer Kugel rollen.

Ausrollen, am besten auf Mehluntergrund und nicht allzu dünn, und (25 bis 30) Kreise ausstechen. Mit einer klassischen Ausstechform o mit Hilfe eines Glases. Auf Backpapier 15 Minuten in den 175 Grad heißen O/U Ofen schieben. Leicht gebräunt sollen die Oatcakes sein … Nach dem Abkühlen luftdicht verschließen.

Gewürzkekse (in Anlehnung an die Knusprigen Weihnachtskekse aus dem >Alverde Magazin<)

25 Gramm Cashews und 30 Gramm geröstete Haselnüsse (fein) hacken, ebenso getrocknete Mango und Ananas (in etwa 20 Gramm). 75 Gramm Butter schmelzen und bräunen (!). Seit Nicole Stich verzichte ich auf diesen Schritt nicht mehr, wenn es um >Cookies< geht : )

Nüsse, Früchte und Butter zusammen mit 50 (bis 75) Gramm Zucker in einer Mischung aus Rohrohr, Muscovado und Kokosblüte1 Ei50 Gramm Haferflocken20 Gramm Dinkelmehl (Typ 630), 15 Gramm gepopptem Amaranth10 Gramm Chiasamen30 Gramm Kokoschips1/2 Teelöffel (Weinstein-)Backpulver und großzügiger (!) Gewürzprise aus Ingwer, Kardamom, Zimt, oder in meinem Fall: dem Keksgewürz >Ginger & Bread<, (mit einem Holzlöffel) verrühren.

Mit feuchten Fingern (rund 25) handflächengroße Taler formen und auf ein Backpapierblech legen. Bei vorgeheizten 160 Grad U etwa 10 Minuten goldbraun backen – sagt das Originalrezept. Meine Kekse erreichten den gewünschten Knusperfaktor allerdings erst bei 20 Minuten. Oder waren es gar 25 Minuten? Dann aber wirklich.

An dieser Stelle ü noch ein >Merci< für die schöne W/Post, die mich wieder aus dem virtuellen Raum erreicht hat :)
+ >Alles über Bord< von Anna. Ich freue mich so. Fühlt sich an wie ein Geschenk.

28.11.2016

clementine cake

clementine cake I fräulein text



o o o   oo

Einer der ersten Kuchen, den ich sehr zu Beginn dieses Blogs verknipste (sechs Jahre ist das ü fast schon her! w-o-w), war Nigella Lawsons Clementine Cake. Der Clou: Ganze Clementinen samt Schale werden erst auf dem Herd butterweich geköchelt, anschließend püriert und dann mit wenigen weiteren Zutaten zu einem Teig vermengt. Nach wie vor finde ich die Art der Zubereitung abenteuerlich, der Geschmack allerdings – pendelnd zwischen herb und fruchtig, zart bitter und süß – ist mir immer wieder ein seeliges Polster, welches in die Vor/Weihnachts/Winter/Zeit nicht besser passen könnte. Die CouSi erinnnerte mich unlängst an dieses ver-rückte fruchtige Kuchenkissen und fragte nach dem Rezept. Das habe ich hier tatsächlich noch nie notiert – und so geht der CC en détail quasi in cc an dich :) und an alle anderen, die neugierig probieren möchten.

Die Hauptakteure sind (na klar!): Clementinen. Je nach Größe etwa sechs bis acht Stück – mit einem Gesamtgewicht von 375 Gramm. Da die Schale mitverzehrt wird, verwende ich natürlich, aber hier erst recht, (kernlose) Bio-Früchte. Die landen knapp mit Wasser bedeckt in einem Topf, werden aufgekocht und dann etwa zwei Stunden simmernd in Ruhe gelassen. Es entwickelt sich ein etwas eigenwilliger Geruch, bitte nicht irritieren lassen ;) Ab und an ein kurzer Blick unter den Deckel ist dennoch unerlässlich, falls das Wasser einmal versiegt. Dann unbedingt etwas Flüssigkeit nachgießen, damit die Clementinen nicht anbrennen. Wenn die Schale aufplatzt und die Früchte auf Fingerdruck nachgeben, ist alles richtig. Die Clementinen abgießen oder mit einem Löffel aus dem Nass heben und komplett mit >Haut und Haar< im Blender o mit dem Pürierstab zu einem Mus pulsieren.

Sechs Eier peu à peu hinzuschlagen, außerdem 200 Gramm Rohrohrzucker (oder auch etwas weniger, je nach persönlicher Süß-Präferenz) sowie 250 Gramm gemahlene Mandeln ohne Haut und alles mit dem Handmixer verrühren. Noch ein gehäufter Teelöffel Backpulver, das war es. Die Masse in eine gebutterte Springform (24er) füllen und bei vorgeheizten 180 Grad O/U für 30 bis 50 Minuten in den Ofen schieben. Mein Kuchen erreicht die perfekte Konsistenz bereits nach 35 Minuten: die Ränder satt gebräunt, die Decke ebenmäßig, das Innere saftig, aber nicht klebrig. Zur Sicherheit eine Stäbchenprobe machen. Und eventuell vorzeitig abdecken, er bräunt recht schnell!

Im Ring auskühlen lassen, anschließend aus der Form lösen und warten, bis der Kuchen vollständig heruntergekühlt ist, um ihm noch eine Glasur aus Puderzucker und Clementinensaft zu verpassen. Ich serviere ihn weiters gerne mit einer dicken Sahnewolke (o einem Klecks Rahmjoghurt), welche die leichte Bitterkeit des Kuchens perfekt abfedert. Beides ist keineswegs ein Mus/s . . . nur mein Mü 

– für noch mehr Winter.
MerkenMerken

23.11.2016

pochierte quitten

pochierte quitten mit vanille, kardamom und salbei  I fräulein text

. . . mais >Qui<



Keine Frucht ist in den letzten Jahren so sehr mit mir >verwachsen< wie die Quitte. Wie schon im letzten Herbst (und dem davor und davor und davor …), erfreue ich mich auch in diesem wieder an den wahrlich goldenen Geschenken aus #nachbarsgarten. An diesem nicht ganz eindeutigen Geschmack, der irgendwo pendelt zwischen herb, krautig und lieblich. An der barocken Form, an den Falten. An dem Aroma, ja, natürlich: dieser fast schon kalte Geruch, der jeden Raum bis unter die Decke zu füllen vermag. Nachhaltig an Papier und Fingerkuppen haftet.

Gewillt, die Quitten tatsächlich diesmal alleine in einer Schale sich selbst zu überlassen, kam mir Yvette dazwischen – und dafür bin ich ihr wirklich dankbar. Gesehen, getan. In >Koken met van Boven< pochiert sie die Quis in einem süßen Sud mit Vanille, Kardamom und Salbei. Eine kühne wie großartige Kombination. Mir hat sie einige Morgen mein Frohstück versüßt. Andere Spalten wiederum bedeckelten einen Pekannussboden. Ebenfalls ihr Rezept

Pochierte Quitten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Acht mittelgroße Quitten von ihrem Pelz befreien und schälen. In Viertel schneiden und den holzigen Kern – wie bei einer Tomate – mit einem kleinen, scharfen Messer entfernen. Übrig bleibt ein Schiffchen :) Das funktioniert ttsl leichter als gedacht, sofern ihr ein wirklich scharfes (!) Messer habt. Beiseite stellen. (Ich verzichte ü auf der Bräune entgegenwirkende Zitrone; geht später eh unter ;))

In einem großen Topf zwei Liter (warmes) Wasser mit 125 Gramm (Rohrohr-)Zucker und 150 Gramm Akazienhonig (im Orginal 100 Gr Zu // 200 Gr Ho), einer aufgeschlitzten Vanilleschote, sechs großen Blättern fingerzerzupftem Salbei und acht Kardamomkapseln, ebenfalls leicht zwischen den Fingern zerdrückt (lässt das Aroma frei!), aufkochen. Die Quitten Viertel für Viertel ins Wasser gleiten lassen, und runterschalten. Der Sud soll nur zart köcheln, etwa 45 bis 60 Minuten (oder manchmal auch mehr). Eine Messerspitze gibt Auskunft über den perfekten Garzustand.

Statt eines Deckels verwendet Yvette ü eine >Cartouche< aus Back- oder Pergamentpapier. Das halboffene Garen hält Hitze und Feuchtigkeit. Dafür das Papier auf Topfgröße zurechtschneiden und mit einem kleinen Loch in der Mitte versehen. Anschließend auflegen und warten.

Sollten die Quitten schon gar, der Sud aber noch nicht ausreichend sirupartig eingekocht sein (wie bei mir), diesen einfach separat noch ein wenig bei mittlerer bis hoher Temperatur einreduzieren. Je nach Geschmack.

Die Früchte halten sich bedeckt im Kühlschrank etwa eine Woche. Hier sicher nicht . . .

Nochmal?

aber >Oui<!

10.10.2016

torta di zucchine

torta di zucchine o herzhafter zucchinikuchen I fräulein text

>Isst du das überhaupt?< lautet ihre erste Frage, als sie in die Küche kommt. Ich fühle mich ertappt. Quiche, Tarte, Flan oder wie hier: eine >Torta die Zucchine< ist mit ihrer Konsistenz immer noch eine Frage der Laune für mich. Ohne viel Nachdenken klappt es ganz gut mit uns. Und dieser herzhafte Zucchinikuchen war so spontan wie der Besuch – und vielleicht gerade deshalb einfach der Beste. Flugs gerührt, grün und flaumig, dabei durch und durch würzig dank dreierlei Käse. Macht/e pur drei Menschen satt und glücklich. Perfekt für einen Abend in der Küche, auf der Arbeitsplatte sitzend, ein kleines Glas Wein in der Hand. Zucchini im Vorbeiwehen quasi (nicht nur fotografisch ;)). Bevor die Saison also nun endet, gehet hin und kaufet Zucchini. Jajaja!

Katharinas kulinarische Notiz war mir einmal mehr bester Wegweiser. Allein Kräuter und Haube – geröstete >Piemonteser Haselnüsse< – variierte ich. Was für ein Treffer :) Dessen Reste am nächsten Tag im Auto (auf der Fahrt zum Meer) gebührend verabschiedet wurden. Ein Stück, eine Gabel und alle Drei wild auf den letzten Krümel …

Für eine Tarteform (meine misst im Durchmesser 25 cm) braucht es Zucchini, 750 Gramm. Das sind 4 bis 5 (je nach Größe) gute grüne saftige Stangen – am besten natürlich in Bio-Qualität. Die werden gewaschen und entkappt auf der groben Seite der Vierkantreibe geraspelt und verschwinden dann zusammen mit 50 Gramm Butter und ein wenig Salz in einer weiten Pfanne. Garen dort rund zehn Minuten bei niedriger Hitze. Anschließend den Sud durch ein Sieb abgießen, und zusätzlich mit einem Löffelrücken ausdrücken (oder auffangen; Katharina weiß wofür!).

4 Eier, 250 Gramm Ricotta, 100 Gramm geriebenen Parmesan, 200 Gramm grob zerpflückten Schafskäse (ja, das ist doppelt so viel wie im Originalrezept :)) verschneebesen, die Zucchinistreiferl und Kräuter nach Gusto (ich: Bergthymian und Basilikum) unterrühren. Salzen und pfeffern, ebenfalls nach Geschmack. Die Tarteform zücken, mit Olivenöl ausstreichen und mangels Semmelbrösel mit Polenta bepudern. Teig einfüllen und eine Handvoll gehackte, geröstete >Piemonteser Haselnüsse< aufstreuen. Nie wieder andere :) Alternativ: Mandelblättchen. Evt bräunen beide zu schnell, dann lieber nach der Hälfte der Zeit abdecken – o erst später zugeben …

In den Ofen schieben, bei vorgeheizten 180 Grad O/U für 35 bis 45 Minuten.



^ ^     ^

06.09.2016

pflau/mi

pflaumen mirabellen crumble I fräulein text

Bis zum nächsten Sommer. Da/s war ein Versprechen. 

Auch in dieser U/Frische waren die Pflaumen meine zufälligen Begleiter. Ganze Straßenzüge übersät mit Obstkonfetti, das ich einfach nur vom Himmel pflücken musste. Kiloweise Mirabellen mit goldenen Sprossen – und tiefviolette Pflaumen, in denen es sich ab und an ein Wurm gemütlich machte. So ist das mit der Katze und der Maus und dem Tisch, wenn keiner guckt ;)

Ja, einsame Weiten waren es tatsächlich, die ich dort, etwas oberhalb der Mecklenburgischen Schweiz, wiederfand. Indre hat damals ebenfalls gesammelt und die Früchte zu Konfitüre reduziert versüßt. Bei mir wurde dreimal ein Crumble daraus. Schlicht: überbackene Früchte. Die Form dafür fand ich auf dem Flohmarkt, der mobile Ofen für die Steckdose war eine Leihgabe, Butter, Zucker und Mehl auch auf dem Dorf ein Klacks. Vier Zutaten – und am Ende war alles mehr als gut. Ganz einfach. So sehr ich das ein oder andere aromatische Zutatenplus schätze, diese Version behalte ich bei. Ach, ganz vieles möchte ich beibehalten. Doch zu Hause ist manchmal schneller als Ankommen …

+ bevor hier jetzt alles Obst von den Bäumen fällt: Pflau/Mi Crumble
(fast schon zu profan, um es Rezept zu nennen // alternativ gäbe es diesen fabelhaften Mini mit Zimtkruste)


reichlich Mirabellen + Pflaumen halbieren, entsteinen, bodenbedeckend in eine ofenfeste Form schichten // berohrohrzuckern + kurz Saft ziehen lassen // in der Zwischenzeit aus Dinkelvollkornmehl (Typ 1050), kalter (!) Butter und Rohrohrzucker im Verhältnis 4:2:1 Streusel kneten. Angemerkt: mein Gusto + mein Pi-mal-Daumen :) Wer sich für die perfekten Streusel interessiert, liest hier! // rauf auf die Früchte, ab in den Ofen // bei 180 Grad für 25 bis 30 Minuten bräunen // lauwarm mit Rahm auftischen // der späten Sonne entgegenblinzeln



+ mal wieder …

04.07.2016

schokoladenriegel (die mit kokos)

raw bounties o schokoladenriegel mit kokos I fräulein text

Bou. Sni. Twi. Rezepte für die Drei aus dem Supermarktregal machten schon vor ein paar Jahren die Runde im Netz. Süßer als heute – natürlich ;) Ich hatte damals Kokosträume, und weil mich diese auch vier Turni später nicht loslassen, war ich sofort Flamme und Kühlschrank, als Ulma und Frau Gold ihre #(mehroderweniger)rawbounties präsentierten. Da musste ich auch nochmal ran. Gesehen, getan. Zart angepasst an meinen Geschmack und nicht so schneeweiß wie damals, aber mindestens eine Wiederholung wert. Vielleicht sogar als Schmelz/t/r/iegel aller vier Varianten. Die Kokosmilch war damals nämlich eine gute Wahl . . .

für etwa 20 SchoKoMinis

180 Gramm Kokosraspeln (aus der Not heraus habe ich teilweise K-Chips in die >Moulinette< geworfen, und den Krisp der etwas gröberen Raspel fand ich richtig gut :))
60 Gramm flüssiges Kokosöl
1 (oder 2) Esslöffel Kokosblütenzucker
1 Esslöffel hellen, festen Honig
1 Esslöffel weißes Mandelmus 
1 Esslöffel Wasser
1 Prise >Maldon Salt<

: löffelnd miteinander vermischen : gut mit den Händen nachwalken

: in eine kurze, schmale Kastenform pressen (ich habe mit einer quadratischen 20x20-Form gearbeitet, dadurch waren mir die Riegel aber zu flach, weshalb ich die >Platte< anschließend geteilt und gestapelt habe)

: über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen

: für die Schokoladenglasur (ich sage ganz bewusst Glasur, denn meine Kokosriegel sind nicht komplett umhüllt, sondern schlicht bestrichen. Das würde ich ttsl wieder so machen! Plus: Sie lassen sich so auch schneller anfassen ;)) setze ich auf 100 Gramm geschmolzene feine Bitter mit 60 Proz. Alles darüber ist mir persönlich zu kirschig. Geschmackssache – und eine Frage von #raw oder #nichtraw.

: mit der rührenden Löffelspitze Bahnen ziehen

: nochmal kurz nachkühlen

So schnell weg, wie ich Riegel sonst nicht kaufen würde ;)

14.06.2016

(nicht nur) sonntagsbrötchen

sonntagsbrötchen ohne kneten I fräulein text

. . .  sondern auch ein weites herz



Dänemark, 2008. Ich möchte unbedingt nach Kopenhagen – mit dem Auto. Um die ferne Strecke angenehm zu portionieren, plane ich dafür zwei Stopps ein. Den ersten an der Nordsee nahe St. Peter Ording, und den zweiten auf der dänischen Insel Fünen, um dann über den >Storebælt< nach >Copenhappy< (wie Marleen die Stadt so schön nennt) zu sausen. Ich segle willkürlich durch das Netz und buche – auf gut Blick – >Liselund<. Das Bed & Breakfast von Jette. Für genau zwei kleine Übernachtungen. Tatsächlich aber bleibe ich zwölf Tage.

°

Wir kommen an – und sind die einzigen Gäste. Da wir uns verspätet haben, erwischen wir Jette auf halbem Feldweg im Auto. Sie muss noch schnell in den Supermarkt nach >Nyborg<, aber die Haustür sei offen. Sie schließe hier nie ab. Willkommen :) Wir parken, stellen unser Gepäck im Hausflur ab, ich laufe sofort zum Meer. Emma ist dabei. Kurze Distanz: Schon durch die grüne Lücke sehe ich das Wasser, gesäumt von einem schmalen Steinstrand und inmitten ein/zwei/drei (private) Stege. Es ist früher Abend, menschenleer, im Schleierblau zeigt sich die Silhouette der Brücke. Zum Greifen nah. Nur ein kleiner Sprung, so fühlt es sich an. Ich laufe auf den mir nächsten Steg, Emma hinterher, setze mich ganz nah an die Kante, die Beine in der Luft, und schaue nach vorn. Nur nach vorn. Sehe ein einziges Blau und damit alles. Einer jener Augenblicke. >Er liebte das Meer aus tiefen Gründen.< Dieser Satz, den ich damals noch nicht kannte. Dank dir schlägt er immer wieder Wellen. So gerne denke ich an dieses Stück Zeit zurück.

~

Ich weiß, ich kann jetzt nicht gehen. Wir verlängern, obwohl das eigentlich unmöglich ist. Jette muss für vier Tage nach Hamburg. Sie fährt – und wir bleiben. Vier Tage ohne Jette bedeutet allerdings auch, vier Tage ohne ihre >Jettebrötchen<. Diese faulen, knusprigen Dinger, deren Teig Jette jeden Abend in einer großen Schüssel zusammmenrührt, und dann in den Kühlschrank stellt. Um sie am nächsten Morgen mit einem großen Holzlöffel auf ein Blech zu klecksen und in den Ofen zu schieben. Ohne Rühren, ohne Kneten, ohne Formen, ohne Nix. Noch ofenwarm reicht sie Salzbutter (na klar!) dazu und selbstgemachte Marmelade. Was für ein Start in (fast) jeden Tag! Das Rezept hängt nun seit acht Jahren neben dem des Mini-Käsekuchens. Süß und Salzig. Zwei wichtige Blätter über dem Herd, mehr braucht es oftmals nicht.


Brötchen ohne Kneten nach Jette
600 Gramm (Weizen-)Mehl
125 Gramm (Weizen-)Vollkornmehl (o >Grahamsmel< – falls in Dänemark unterwegs!)
25 Gramm frische Hefe
1 Esslöffel Honig
1 Esslöffel Salz
500 Milliliter Wasser, lauwarm
100 Milliliter Milch

Mehl mischen. Hefe, Honig, Salz in Wasser auflösen. Alles mit einem Löffel zusammenrühren. Milch nicht vergessen! Keinesfalls kneten. Etwa 14 Stunden (am besten über Nacht) bedeckt im Kühlschrank gehen lassen. Angemerkt: Unbedingt eine ausreichend große Schüssel wählen; Teig wächst! Ohne Kneten und erneut mit Hilfe eines Löffels (klebt ein wenig!) brötchengroße Portionen auf ein (Backpapier-)Backblech setzen. Bei vorgeheizten 240 Grad O/U 20 bis 25 Minuten knusprig bräunen.

Nyd dit måltid!


Noch so eine Erinnerung: Streifen.

22.05.2016

schokoku (mit mandelmus + kakaonibs)

schokoladenkuchen mit mandelmus und kakaonibs I fräulein text

klein und mächtig
wie ein )) . . . oder gar zwei



Eigentlich . . . gibt es keine Alternative, und umgeguckt wird sich auch nicht. Einmal entschieden, passt. (Das gilt natürlich nur für Kuchen; sonst bin ich weniger entschlossen ;)) Tatsächlich sind die meisten der hier verbloggten Rezepte feste Aromenbestandteile in meiner Küche geworden, wenn sie es nicht eh schon waren. Immer wieder, immer wieder. Wenn es schmeckt, schmeckt es. Wahrscheinlich bin ich meine beste Leserin :)

Für Schokolade gab es also viele Jahre keinen Spitzen/Ersatz – bis auf die dicken Scheiben, die ich aus dem Ofen zog, wenn das Herz tief im Keller hing. Doch dann kam unverhofft (wie so oft) Neues in den Blick. Klein, saftig, dekadent. Erneut (wie so oft) folgte die Umsetzung prompt. Der Geschmack musste auf die Zunge. Sie war hocherfreut.

#gönndir 

Im Grunde ist die Basis ähnlich gestrickt wie bei den französischen Pics. Plus Mandelmus. Plus Pfeffer. Plus Kokosblüte. Plus Kakaonibs. Plus Schokoladenfahrbahn mit Orange. Wie gesagt: ein ziemlich teurer Mini. Das gilt wohl branchenübergreifend. Und schnell weg ist er auch . . .  

. . . dafür aber auch schnell gemacht. Füllt übrigens nur einen Kasten von 19 x 9 x 5 cm. Größer wird (noch) flacher.

So. Zuerst das Förmchen fetten und den Ofen heizen, auf 220 Grad O/U. Nun 100 Gramm bittere Schokolade (ich greife gewohnt mittelbitter auf 60 Prozent) zusammen mit 75 Gramm Butter über dem Wasserbad langsam schmelzen. Von der Flamme ziehen, eine Prise Salz einrühren, ebenso einen kräftigen Schwung zerstoßene rosa Pfefferbeeren und 1 1/2 Esslöffel braunes Mandelmus. Angemerkt: Mit der weißen Variante wird’s wohl noch einen Tick feiner, süßer, marzipanöser. Zwei Eier trennen. Das Weiß salzbeprist zu Schnee schlagen und beiseite stellen. Das Gelb mit 60 Gramm Zucker (m/eine Mischung: 30/30; Kokosblüte/helles Rohrohr) cremig verbinden und unter die Schokoladenbutter heben, mit 40 Gramm gemahlenen Mandeln. Rühren. Den Schnee im Anschluss sachte unterbesen. Es ergibt sich eine fast flauschige, moussige Konsistenz. In diesem Zustand wechselt der Teig nun in die Form und mit ihr in den Ofen. Bäckt dort für knappe 20 Minuten. Einzwei mehr, einzwei weniger. Der Kuchen darf sich ruhig noch ein wenig weich anfühlen, wenn ihr ihn aus der Röhre holt. Innen leicht klitschig, sehr gerne.

Abkühlen lassen. Um ihn dann mit einer Spur geschmolzener Orangenzartbitter zu bepinseln (20 Gramm, gewöhnlich eine Rippe.) Natürlich geht auch eine andere, ich aber finde gerade diese O-No/Te formidabel. Streue in die noch flüssige Bahn Kakonibs.

Für ein bisschen mehr Krach am Schokokuhimmel.

25.04.2016

ofenlachs (im hörnchen)

ofenlachs im hörnchen I fräulein text

>o

der rest vom fischbrötchenfest



Auf und davon. Stimmt – aber nur für den Fisch ;) Und selbst der kommt bestimmt wieder. Seit ein paar Jahren schwimmt alle 365/6 Tage ein kleines Rezeptheft von Julie heran. Darin versammelt: Gekochtes. Ausprobiertes. Gemochtes. Es ist mir ein wertvoller Begleiter in der Küche geworden, denn Julies Geschmack ist sehr vertraut – und: Ich vertraue ihr sehr :)

Der darin rezeptierte Ofenlachs ist ein großartiger Begleiter für . . . alle Tage. Die guten und die weniger guten, die frohen und die müden, die lauten und die leisen . . . und wandert/e bei mir von Beginn an (statt zum Spinat) in ein (Dinkel-)Hörnchen. Mal mit Sesam, mal mit Mohn. Lackiert wird der Fi vor den Bratrohrminuten mit einem Sud aus Sojasauce, Ahornsirup, Ingwer und Gewürz, der vorab im Stieltopf zäh zusammenköchelt. Dazu ein breiter Messerstrich Quark o Frischkäse, Meerrettichlocken und viele Frühlingszwiebelringe.

Ganz meine Welle. Vielleicht auch eure?

Für zwei Hörnchen jedenfalls braucht’s: ein 200-Gramm-Bio-Lachsfilet. Das wiederum liegt brav auf einer Spur Olivenöl in einer ofenfesten Form – und wartet auf die entscheidenden Pinselstriche. Dafür wird ein dickflüssiger Lack gekocht aus 3 Esslöffel Sojasauce, 2 Esslöffel Ahornsirup, 1 Teelöffel Mirin (oder ersatzweise hellem Reisessig), 1 Teelöffel braunem Zucker, einem daumengroßen, geriebenen Stück Ingwer und einem halben Teelöffelschwung von >Shantis Tandoori Masala< von Sonnentor. Meine Wahl; im Original ist es 5-Gewürze-Pulver. Alles zusammen bei starker Hitze aufköcheln und bei moderater Hitze einreduzieren. Anschließend aufpinseln und in den vorgeheizten 200 Grad U/O Ofen schieben. Für 10 bis 12 Minuten, bis der Lachs saftig gar gezogen ist.

In der Zwischenzeit die Hörnchen halbieren, Quark o Frischkäse auf alle Hälften streichen, mit frischem Meerrettich behobeln und mit grünen Zwiebelringlis. Den Lachs als gezupfte Stückchen auftürmen, und bloß die Saucenreste nicht vergessen. Wäre zu schade drum.

– und wem jetzt die Vorstellungskraft fehlt, s o sieht er vorher aus. 

o<

02.03.2016

asiatischer brokkolisalat

asiatischer brokkolisalat I fräulein text
;



Ein Montag. Zwei Freundinnen. Gemeinsam essen. Immer wieder ein Geschenk . . . und diesmal (ua) mit dabei: Asiatischer Brokkolisalat mit gerösteter Pastinake. So gut. Neu entdeckt. Danke dafür. Bald sind zwei Hände überschritten, so oft kam der schon aus der Pfanne. Mehr als ein gutes Zeichen.

Ü/ Liebe Okka: Keine Februarmuffigkeit mehr, obwohl das der Brokkoli unter den Monaten ist? Ehrlich, probier mal den richtigen! Und aus B wird Ahhh ;)

Geht so (reicht für Zwei o je nach Appetit auch für Drei) :)

Als allererstes eine Pastinake schälen, die braucht nämlich ein bisschen länger im Topf. Würfeln und in etwas Öl knusprig hochrösten. Auf Küchenkrepp >abtropfen< und salzbeprist warten lassen.

In einer großen Pfanne die halben Ringe zwei roter (!) Zwiebeln ebenfalls in Öl uo Ghee anschwitzen. Ich gebe noch eine Prise braunen Zucker hinzu, aber der ist optional. Dann einen kräftigen Brokkolibaum samt Stamm in Rosen und Scheiben schneiden und zu den Zwiebeln schieben. Mitbraten, aber bissfest soll er bleiben. Mit Sojasauce (ich bevorzuge die natürlich gebraute von >Kikkoman<) ablöschen. Ich mag es großzügig, ohne den Bro zu ertränken. Streue hellen Sesam hinzu und ordentlich frisch geriebenen Ingwer. Außerdem einen guten Spritzer Zitrone. Rühre um, schmecke ab und nach. Gebe die Pastinake >on top<. Voilà.

Serviere pur, mit Couscous, Bulgur oder auf einem grünen Grund aus Postelein (und Feldsalat).

Iss besser. 

08.01.2016

(der beste) marmorkuchen

(der beste) marmorkuchen I fräulein text


 i have never been in this country


Willkommen im neuen Jahr, das so beginnt, wie das letzte nicht geendet hat. Tatsächlich war die W/Zeit diesmal reduziert süß. Demnach: keine Kuchensätte in Sicht (bei mir). Vielmehr spitzt das >Neu< den Blick an. Auf Land, unbekannt und bekannt. Was könnte da besser passen als ein Marmorkuchen, der beim Anschnitt wie ein Atlas auf die Seite fällt. Der b e s t e Marmorkuchen, ja.

Ja! –

Dicht, saftig und tief im Geschmack. Hinterlässt beim Ohne-Gabel-Gabeln glänzende Fingerkuppen. Verantwortlich dafür sind ordentlich gschmackige Zutaten. Und davon jede Menge. Schokolade, Butter, Sahne. Abgespeckt wird nicht im Januar. Der braucht (ich brauche!) nährende Gedanken . . .

– und eine Schüssel für: 

150 Gramm Rohrohrzucker (gerne aromatisiert mit etwas Vanille) und 250 Gramm weiche Butter. Mit dem Handrührer bequirlen, bis sich die Z/Kristalle lösen, um anschließend fünf Eier peu à peu hinzuzuschlagen. Außerdem gehören hinein: ein 200-Gramm-Becher Sahne (im Original >nur< 150, aber ich gehe aufs Ganze . . .) und eine Prise Salz. Erneut rühren. 300 Gramm Mehl (Ich verwende statt der Nummer 405 den etwas kräftigeren Typ 1050 – o ihr ersetzt Weizen durch Dinkel 630.) mit zwei Teelöffeln (Weinstein-)Backpulver mischen, sieben, unterheben.

Für das klassische Schokoladenmuster 200 Gramm feine Bitter mit moderaten 55 Proz. (oder erhöht nach eurem Geschmack!) über dem Wasserbad schmelzen. Kurz abkühlen lassen, und dann unter eine Hälfte des Teiges rühren. In einen gebutterten und bemehlten Gugelhupf erst die helle Masse einstreichen, dann die dunkle. Mit einer Gabel Inseln ziehen. Bei vorgeheizten 190 Grad O/U im unteren Ofendrittel für eine Stunde ausbacken. Bräunt der Kuchen zu schnell, rechtzeitig abdecken – und die obligatorische Stäbchenprobe nicht vergessen :) Bestäuben mit P/Zucker, wer mag. Ich mag. 

Sie bevorzugt ohne. –

10.12.2015

orangerie

orangerie I fräulein text

gewürzgetränk

II

Eigentlich.

Ja, eigentlich gehört der Sonnenglühwein seit seiner Entdeckung vor ein paar Wintern jetzt ins Glas. Dafür ist es mir gerade aber einfach zu warm. Ich tausche (hoffentlich nur vorübersehend) gegen ein kühles Getränk. Einen spontanen Morgenschluck aus Zitrusfrüchten, Nuss und Gewürz. Dreimal in Folge schon, und dennoch: nie genau notiert. Aber festgehalten wird trotzdem. Selbst, wenn es anders wird, ist es gut.

So.

Für zweidrei große Gläser

– 400 Milliliter Orangendirektsaft . . . plusmi (frisch gepresst geht natürlich auch immer ;))
– drei kleine Clementinen
– ein Bio-Zitronenachtel m Schale
– eine dicke Dattel
– eine Handvoll Cashews
– ein Stück Ingwer
– Zimt Vanille Kurkuma, gemahlen und nach Geschmack
– ein großer Schluck stilles Wasser

– im Mixer pürieren (einem mit vielen (!) Muckis :))
– trinken
+ strahlen

 >

29.11.2015

advent (+ zeit/zeichen)

advent (+ zeit/zeichen) I fräulein text


für
:

Gewürzquadrate nach Frau Gold // mit Quittenlack
Quarkstollen, blitzschnell #allejahrewieder
Salzbuttertrüffel (mit dem Geschmack der Gebroeders auf der Zunge)

Licht und Schatten.
Ein bisschen Glimmer.

+ einen (weiteren) kräftigen Zug an der Schublade

>>


Ich bleibe bewährt treu. Gleichzeitig offen für den Blick auf andere Teller.

:

Was liegt bei euch?

und: Sind Engel Geflügel

?

27.10.2015

quittenlikör

quittenlikör I fräulein text

goldener
aus/blick

#nachbarsgarten

 °



Die Quitte hat sich mittlerweile fest ins Produktregal einsortimentiert. Erst zufällig. Dann bewusst. Das Gold halt. Und ja, es liegt auch vor allem am Dunstkreis. Oder eher Duftkreis. Mein persönliches >goldenes< Bermudadreieck, welches das Unglück in Glück verkehrt. Raum. Wohnung. Nachbars Garten. Und so erfreue ich mich nun seit vier Jahren im Herbst an einer prall gefüllten Tüte Quitten. Ich probierte Speck. Quiche(e). Crumble. Ich ließ sie links liegen – und sie gaben (mir) trotzdem so viel zurück ;)

Oha.

Die diesjährige Ausbeute fiel jedoch genau in (m)eine verst/i/mmte Phase. Unkompliziert sollte es also sein. Etwas Neues. Etwa Schnelles. Mit wenigen Zutaten. Likör! Der zwar noch ein paar Wochen ziehen muss, aber dann . . . gibt es keine Quitten mehr. Deshalb serviere ich ohne abschließendes Urteil trotzdem das Rezept. Für alle, die probieren. Und – wie ich – später studieren. Frisch angemerkt: Gefällt sehr gut – und beschwingt Abende (oder Tage), die eine Dosis Süße brauchen. 

Auf 700 Milliliter Weinbrand, vier (oder fünf) kräftige Quitten auf der groben Seite der Vierkantreibe raspeln. Flaumbefreit und gewaschen. Mit Schale, ohne Gehäuse. Zusammen mit 200 Gramm Grümmelkandis in einem großen Glas versenken. Und zwei Kardamomkapseln. Fertig. Stehenlassen (an einem mäßig warmen Ort). Nach rund sechs/sieben/acht Wochen abseihen, filtrieren und flaschenbefüllen.
Als weitere Variante: Zitronenschale und Zimt. Statt Weinbrand Wodka. Oder Korn. Schön auch Vanille. Was halt so passt zur Qui.

Greift zu.