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02.04.2015

rosenkranz

hefekranz mit marzipan und rosenkonfitüre I fräulein text
Gefüllter Hefekranz mit Marzipan, Rosenkonfitüre, getrockneten Kirschen und Pistazien sowie das Vegetative Nervensystem von Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger im Foyer des museumkunstpalast in Düsseldorf

das




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Hefekranz mit Marzipan, Rosenkonfitüre, getrockneten Kirschen und Pistazien
 
Durch die feinen Äste schiebt sich die Erinnerung – und ein Ablauf, der nicht besser passen könnte. Erst die Insel, mit ihr der Tee, dann die Idee. Wie geschehen im letzten, so in diesem Jahr. Aus Sylt nämlich überführte ich einen kräftigen schwarzen Aufguss in meine Küche, gespickt mit Rosenknospen, mit Mandelblättchen und Marzipan. Ein Geschmack, der sitzt. Gerne mit mir, an Apriltagen wie diesen. Und eben dieser Geschmack animierte mich dazu, meinen (aber nicht nur meinen!) geliebten Zopf fröhlich zu entflechten, ihn aromenreich neu zu beziehen, sein Polster aufzufüllen und strähnenreich zu einem Kranz zu winden. Hatte ich früher auch – auf dem Kopf. Nur zum O. Eine weitere Erinnerung, wenn auch eine ganz andere ;) Für das große Geschmacksglück setzen sich noch gehackte Pistazien und getrocknete Kirschen ins warme Hefenest. Ganz schön proper, ganz schön gut. 

Ich schicke ihn wieder auf den Tisch!

Die Basis für diesen Hüften-Hula-Hoop ist ein flaumiger Hefeteig. Verwendet gerne eure Basis – oder diese: Einen halben Würfel Frischhefe zur Entspannung in warme Milchspritzer bröseln und mit 50 (bis 75) Gramm Rohrohrzucker glatt rühren. Ein Ei und zwei Gelbe, 250 Milliliter laue Milch, einen Teelöffel Meersalz sowie 500 Gramm Mehl (Typ 405) zufügen. Erst zart beknethaken, dann Gas geben und weitere fünf Minuten durchhalten. 75 Gramm weiche Butter peu à peu zuflocken und bei hohem Tempo weitere fünf Minuten glatt und seidig tournieren. Abdecken, gehen lassen, eine Stunde.

In der Zwischenzeit eine pr/m/ächtige Fülle anrühren. In die Schüssel wandern dafür 200 Gramm geraspeltes Marzipan (ich empfehle im Vorfeld einen Kurzurlaub im Tiefkühlfach, dann raspelt es sich leichter!), die übrig gebliebenen zwei Eiweiß, zwei geriebene Bittermandeln, zwei Esslöffel Zitronensaft. Cremig rühren! Außerdem 100 Gramm gehobelte Mandeln anrösten  und in die Warteposition schicken.

Hat sich der Teig ordentlich aufgeplustert, nochmals kurz durchkneten, auf bemehlter Fläche zum großen Eck ausrollen, die Marzipancreme aufstreichen, die Mandeln aufstreuen sowie 80 Gramm getrocknete Kirschen. Von der langen Seite her aufrollen, längs halbieren, die beiden Stränge miteinander verzwirbeln und zu einem dichten Kranz legen. Durch die Pirouette presst sich die Füllung wunderbar und lückenlos in Form.

Mit Geschick – oder zwei weiteren Händen – das dicke Kränzchen auf ein Backpapierblech verfrachten und in den vorgeheizten 190 Grad heißen Ofen schieben. Etwa 35 Minuten (im unteren O-Drittel) backen; bräunt der Kranz zu schnell, vor/recht/zeitig mit einer Lage Folie abdecken. Für den finalen Glanz nach dem Sonnenbad nun noch drei Esslöffel Rosenkonfitüre (+/-) erwärmen und aufpinseln. Die Rose ist ein sehr dominantes Geschmacksgewächs, nehmt nur so viel, wie ihr >riechen< könnt! In die zartwarme Glasur eine Handvoll gehackter Pistazien fallen lassen – und wer richtig süße Zähne hat, besprenkelt das Ganze zur Krönung noch mit einem Puderzuckerlack. 

Ein w/n/ahrhaft üppiges Fest.
Möge sich das O rund anfühlen für euch.
PS: Danke TiMä – und hallo, Herr Nachbar!

24.03.2015

auf der insel

auf der insel I fräulein text


dahinter und da/vor/hängen
im Sonnenschlitz früh/stücke/n

durch Gräser blicken
den Apfelblüten zu/sehen



auf der insel I fräulein text


mit der Nasenspitze ganz nah am Ellenbogen
einen Eisfluts/ch/aum löffeln





auf der insel I fräulein text

Sonne, Schutz und Gleichmut
in die kleine weiße Kirche schreiben
ja, dort
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)

unter einem anderen Dach dem Meer nachsehen
ganz oben ganz weit werden

auf der insel I fräulein text

auf die Wiesen trinken 
                                                             
 (ein paar Schritte weiter gibt’s übrigens 
auch ziemlich guten Käse!)
den >krummen Hund< nach Hause führen




auf der insel I fräulein text



nah ans Kliff heranstaunen
vor dem Hagel s/türmen

große Gespülfreude empfinden

eine Gran/olala/ndschaft mitnehmen

für ein großes Blech

200 Gramm kleinblättrige Haferflocken
100 Gramm Buchweizenflocken
200 Gramm Buchweizen
150 Gramm gehackte Mandeln/Haselnüsse/Walnüsse
einzwei Handvoll Kokoschips
30 Gramm Sesam
100 Gramm ungesüßter Kakao
1 Teelöffel Vanillepulver
1/2 Teelöffel Zimt
1/2 Teelöffel Meersalz

mischen

60 Milliliter Dattelsirup/Honig/Ahornsirup
60 Milliliter erhitztes flüssiges Kokosöl

unter die
Flockendüne
rühren

auf ein (leicht) gefettetes Backblech umbetten
bei 175 Grad U im Ofen krossizieren
zehn Minuten von der einen,
zehn Minuten von der anderen Seite
plumi

immer schön im Auge
und den Löffel in der Hand
halten

wendenwendenwenden

ins Früchtefrohstück heben
oder unter den Joghurt

//
ein Farbschema entdecken

auf der insel I fräulein text

den Durchblick finden
den Kühlschrank leer räumen

und dabei
auf den Geschmack
kommen

in einer Schüssel

Bulgur Rauke Radicchio
Avocado Orange Parmesan
Cranberries und Kokoschips

Senf Honig Zitrone Olivenöl
Salz Pfeffer

Apropos Geschmack:
Hätte ich nicht gedacht,
nun schon zum zweiten Mal Sylt.
Unbedingt wieder.

Meer, Strand, Heide, Watt, Grün und manchmal wie in einem Film von Jacques Tati.

unbedingt: Mittwochskonzert in St. Severin // Fliederbeersuppe in der Alten Friesenstube // vorbei an Haus Kliffende Richtung Klappholttal // einmal um die Südspitze // die Wattseite gegenüber der Sansibar // ein Stück Rosentorte // durchatmen // die Sicht freihalten // den Wind machen lassen

+
die Insel zum Nippen
ins Schaufenster überführt
°

18.03.2015

am meer

am meer I fräulein text
(
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Die Nordsee ist immer ein guter Anfang. Für Gedanken. Für Abstand. Für Salzluft, die das Haar in krause Kurven legt, und für den Wind, der lauter kleine Falten ins Gesicht weht. Vor/Freude/Falten. Für dicken Butterkuchen unter einer noch dickeren Mandeldecke und schmalen Matjes in noch schmaleren Brötchen. Für Momente, die bleiben, weil sie so einfach sind. Für Weitblick und die Wirklichkeit, für neue Impulse und alte Muster, die ich dann doch echt gerne habe.
Dieser Ort hier hat mich in den letzten Wochen verunsichert. Fühlte sich irgendwie nicht mehr richtig an. Bin ich noch Fräulein Text? Was nach außen hin vielleicht klar und geradlinig aussieht, hat innerlich so viele Abzweigungen genommen, dass die Leichtigkeit verloren gegangen ist. Am Wort und an der >Welt<. Schwere Schultern und ein Druck im Ohr (der mich leider immer noch begleitet) haben mich auch körperlich Abstand halten lassen. Dabei zu viel rechts und links auf der Suche nach der Frage: Wo ist mein Fokus? Wahrscheinlich liegt er dann doch abseits der Wege und alles ist gar nicht so verkehrt, wie man es selber meint. Deshalb: Fräulein, weiter im Text.
 Es hat aufgehört zu schneien.

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