be vor es vorbei ist
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Spätsommer. August. Renekloden. Oh là là. Der kürzeste Fruchtturnus. Nur ein paar Wochen – und die neigen sich. Dem Ende entgegen und zum Croissant hin. Im französischen Rückreisegepäck steckten zwei Kilo der Königin: >Reine Claude<. Schattierend irgendwo zwischen Staubwiesengrün und mattem Gold.
Was soll aus uns werden? Ich frage (mich).
Herr Slater (diese Liebe lässt sich einfach nicht verbergen) antwortet, und weist den Pflaumen als aromatische Partner Vanille, Ingwer und Koriandersamen zu. Auf letztere verzichte ich dann doch. Keine Experimente, bitte. Nicht jetzt!
Ich koche.
Vier große gute Gläser Konfitüre aus 1500 Gramm entsteinten Renekloden und 375 Gramm Gelierzucker (2:1), Vanillepulver (oder Schotenmark), gemahlenem Ingwer, Limettensaft. Püriere nicht. Bevorzuge eine fließende Konsistenz mit fruchtigen Fetzen. Fülle ab, schraube zu. Und jeden Morgen auf.
Bis, ja bis zum nächsten Sommer.
Wo gibt es das perfekte Croissant?
Vor einiger Zeit habe ich mich in den Kanal von >Annabelle< verliebt. Hörte mich bis in die Nacht durch den Schweizer Wortklang, war begeistert von der schlichten Küchenatmosphäre, die ich irgendwie als sehr beruhigend empfand. Am nächsten Tag segelten als erstes die Ravioli in die Pfanne. Projekt Nummer Zwei sollten die kleinen Tartes Tatin sein.
Wie es meistens bei mir ist, fügt sich eins zum anderen. Die Tulpen beugten sich grazil vorneüber und zeigten mir ihren zart marmorierten Untergrund, der sich in der Apfelschale spiegelt. Ich wusste, ich wollte. Nichts anderes. Blätterteigteller mit Apfelhügel und ein blütenspitzes Sahnepanorama. Die Unkompliziertheit der Tartes ist umso mehr begeisterungswürdig, wenn in manchen Momenten das Fingerspitzengefühl fehlt.
Für vier kleine Souffléförmchen in einer Pfanne 75 Gramm (Rohrohr-)Zucker schmelzen bis ein schönes goldbraunes Karamell entsteht. In die Förmchen gießen und kurz ausschwenken. Wer mag, kann die karamellbenetzte Pfanne noch mit einem Guß heißem Wasser ablöschen, und so einen Sirup herstellen, der später zusätzlich über die Tartes geträufelt wird. Vier kleingewachsene >Cox Orange< schälen, das Kerngehäuse mit einem Apfelausstecher entfernen - und dann am Rand des Apfels - ebenfalls mit dem Ausstecher - einen Fruchtfleischkorken produzieren und als Kerngehäuse wieder einsetzen. Den Apfel seitlich abschneiden. Das kann man im Film ganz wunderbar nachvollziehen! Den Apfel mit der Schnittfläche nach oben auf den Karamellboden betten. Mit Zitronensaft beträufeln und eine schmale Scheibe Butter auf den Apfel legen. (Kühlthekenfertigen) Blätterteig entrollen und Kreise ausschneiden, die einen etwas größeren Durchmesser haben als die Förmchen. Auflegen und sanft andrücken, den Rand aber nicht umschlagen. In den vorgeheizten Backofen (185 Grad) schieben und etwa 45 Minuten braun brutzeln. Kurz abkühlen lassen, stürzen und mit einem Klecks Sahne anrichten. >Mon Dieu<. Mit dem Regen um die Wette perlt Gudrid Hansdóttir. Merci Sonntag.
Mit welchem >Süß< dankt ihr diesem Tag? Schaut euch bei Katrin um.