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05.12.2016

netzkonfetti // 02

netzkonfetti 02 I fräulein text

schmecken Danke, Anni (immerimmerwieder!) für deine 1a kitchen. Uromas sanftes Geheimnis. Michas Linzer Torte und Tariks Kürbislasagne. Lebkuchen vom Blech. Miz Zumbühl empfiehlt >Besessen. Meine Kochmemoiren<.

sehen / lesen / hören / klicken Peter Lindbergh (noch bis Februar) in der >Kunsthal Rotterdam<. Am liebsten möchte ich nochmal hin :) Die Collagen von Katrin Klink. >You wanna teach me to dance.<  hei astrid (und ihre >things I like lately<) wiederentdeckt. Abwechselnd beblätternd: >Inspiration Wabi< und Louisa Thomsen Brits >The Book of Hygge<. Haus Birkedal. Taschendesignerin Pirjo Marx. Rikes spontaner Adventskalender. Tina Kamis Keramik. Finde Dich. Julie erzählt (mir) von der TED Radio Hour. Sabrina spricht über Zahnpflege. Gut schlafen.

fühlen / drüberdenken Hedi Schneider steckt fest (noch drei Tage in der Arte Mediathek zu sehen!). >I’ve always been drawn to the things we’re not supposed to talk about.< November 30. Ramona über Mangelgedanken. Auf dem Teppich sitzen und auf andere zeigen. (Hier ist der Artikel dazu. Und hier das erste Stück auf der Wäscheleine.) Keine Zeit ist verloren.

- - -
Der Auftakt: netzkonfetti // 01
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14.06.2016

(nicht nur) sonntagsbrötchen

sonntagsbrötchen ohne kneten I fräulein text

. . .  sondern auch ein weites herz



Dänemark, 2008. Ich möchte unbedingt nach Kopenhagen – mit dem Auto. Um die ferne Strecke angenehm zu portionieren, plane ich dafür zwei Stopps ein. Den ersten an der Nordsee nahe St. Peter Ording, und den zweiten auf der dänischen Insel Fünen, um dann über den >Storebælt< nach >Copenhappy< (wie Marleen die Stadt so schön nennt) zu sausen. Ich segle willkürlich durch das Netz und buche – auf gut Blick – >Liselund<. Das Bed & Breakfast von Jette. Für genau zwei kleine Übernachtungen. Tatsächlich aber bleibe ich zwölf Tage.

°

Wir kommen an – und sind die einzigen Gäste. Da wir uns verspätet haben, erwischen wir Jette auf halbem Feldweg im Auto. Sie muss noch schnell in den Supermarkt nach >Nyborg<, aber die Haustür sei offen. Sie schließe hier nie ab. Willkommen :) Wir parken, stellen unser Gepäck im Hausflur ab, ich laufe sofort zum Meer. Emma ist dabei. Kurze Distanz: Schon durch die grüne Lücke sehe ich das Wasser, gesäumt von einem schmalen Steinstrand und inmitten ein/zwei/drei (private) Stege. Es ist früher Abend, menschenleer, im Schleierblau zeigt sich die Silhouette der Brücke. Zum Greifen nah. Nur ein kleiner Sprung, so fühlt es sich an. Ich laufe auf den mir nächsten Steg, Emma hinterher, setze mich ganz nah an die Kante, die Beine in der Luft, und schaue nach vorn. Nur nach vorn. Sehe ein einziges Blau und damit alles. Einer jener Augenblicke. >Er liebte das Meer aus tiefen Gründen.< Dieser Satz, den ich damals noch nicht kannte. Dank dir schlägt er immer wieder Wellen. So gerne denke ich an dieses Stück Zeit zurück.

~

Ich weiß, ich kann jetzt nicht gehen. Wir verlängern, obwohl das eigentlich unmöglich ist. Jette muss für vier Tage nach Hamburg. Sie fährt – und wir bleiben. Vier Tage ohne Jette bedeutet allerdings auch, vier Tage ohne ihre >Jettebrötchen<. Diese faulen, knusprigen Dinger, deren Teig Jette jeden Abend in einer großen Schüssel zusammmenrührt, und dann in den Kühlschrank stellt. Um sie am nächsten Morgen mit einem großen Holzlöffel auf ein Blech zu klecksen und in den Ofen zu schieben. Ohne Rühren, ohne Kneten, ohne Formen, ohne Nix. Noch ofenwarm reicht sie Salzbutter (na klar!) dazu und selbstgemachte Marmelade. Was für ein Start in (fast) jeden Tag! Das Rezept hängt nun seit acht Jahren neben dem des Mini-Käsekuchens. Süß und Salzig. Zwei wichtige Blätter über dem Herd, mehr braucht es oftmals nicht.


Brötchen ohne Kneten nach Jette
600 Gramm (Weizen-)Mehl
125 Gramm (Weizen-)Vollkornmehl (o >Grahamsmel< – falls in Dänemark unterwegs!)
25 Gramm frische Hefe
1 Esslöffel Honig
1 Esslöffel Salz
500 Milliliter Wasser, lauwarm
100 Milliliter Milch

Mehl mischen. Hefe, Honig, Salz in Wasser auflösen. Alles mit einem Löffel zusammenrühren. Milch nicht vergessen! Keinesfalls kneten. Etwa 14 Stunden (am besten über Nacht) bedeckt im Kühlschrank gehen lassen. Angemerkt: Unbedingt eine ausreichend große Schüssel wählen; Teig wächst! Ohne Kneten und erneut mit Hilfe eines Löffels (klebt ein wenig!) brötchengroße Portionen auf ein (Backpapier-)Backblech setzen. Bei vorgeheizten 240 Grad O/U 20 bis 25 Minuten knusprig bräunen.

Nyd dit måltid!


Noch so eine Erinnerung: Streifen.

09.06.2016

netzkonfetti // 01

netzkonfetti 01 I fräulein text

Wie oft habe ich in den letzten Wochen diesen Ort aufgerufen, einen Text angeschrieben, umgeschrieben – oder es gleich ganz sein lassen. Den Stift zur Seite gelegt und die Füße hoch. Die Kamera erst gar nicht in die Hand genommen. Das Leben leben lassen. Mit sonnigen Wellen, reißenden Strömen und ja, einigen grauen Wolken. Sehr oft. Wohin, wohin (mit mir)? Ach, es ist still geworden, aber weil hier keine Wüste entstehen soll, streue ich ein wenig Netzkonfetti (aus all dieser Zeit). Gerade auch, weil ich das auf anderen Blogs immer so gerne mag.

schmecken Ottolenghis Blumenkohl-Tabbouleh. Die liebsten Pancakes mit Orangen-Rhabarber-Kompott. Endlich Marias blaue Variante mit dem besten Zitronenuntergrund ausprobiert. Noch mehr Zitrone: Huhn nach Marcella Hazan. Indische Creme (da gäbe es auch noch ein famoses Brötchenrezept zu. Bald mal! Hier isses :)). Kathrin schickt mich zu Mollys Röstmöhren. Sommerrollen.

sehen / lesen / hören / klicken Arianes kulinarische Reisepost aus Japan. Der heitere Wolf. Das neue Viertel Vor. Und immer wieder die Kunstkinder. A Piece Apart Stories. Brigitte wir (auch ohne dritte Lebenshälfte ;)). Parallel zu >Stir< von Jessica Fechtor (das ich wirklichwirklich sehr mag!): A Table in the Orchard. Zwei, die ich noch besuchen möchte: Pina Bausch und Das Bauhaus. Hannah Höch in der >Kunsthalle Mannheim<. betsi. von Kowalke. Wir sind Hollywood. La Belle Saison. The Floating Piers.

fühlen / drüberdenken Manipura. Das Wollen einstellen. Große Augen. >Ich will jedenfalls nicht hören: 'Das war toll!'< Meine Antwort auf Angst, ist Freiheit. >Warum ist weniger für dich mehr, Christoph Keller?<. Claires Dschungel für Anfänger.



. . . und eure Pfade?

05.08.2015

grün und gut (+ alles dazwischen)

grün und gut (+ alles dazwischen) I fräulein text

Aus der und in die grüne/n Reihe (#1 #2 #3 #4 #5) fällt das Gute. Denn alles schmeckt im Sommer eben mindestens doppelt – so gut. In Nachbars Garten, auf dem Balkon, in fremden Küchen und der eigenen. Gläserweise fließt es, tellerweise liegt es (da). So verknüpfe ich das Grün und alle aromatischen Schatten dazwischen diesmal mit dankenden Sequenzen. In Anlehnung an Katharinas feine Rubrik und Idee (Lest euch durch und quer und fest – unbedingt, bitte!), die als kulinarischer Sommerdank gerade ganz frisch in eine neue Runde schwimmt.

- - -

· Nermin und ihrem Garten für den großen Bund Basilikum. Duftig, intensiv. Perfekt für ein goldbedeckeltes Glas Pesto, das sich um Pasta und Gemüse schmiegt. Brot bestreicht. Ein Stück Fisch beglänzt. Klassiker halt.

· der Balkonminze für ihr üppiges und prächtiges Gedeihen. Einmal gepflanzt, auf ewig ein Begleiter. Ananassaft, Kokoswasser, Eiskuben und/oder Limettenwürfel. Schütteln und löschen.

· dem Mixer. Für morgendliche Getränke. Gerne grün – oder auch anders.

· Katrin und Julie für ihre Zeit. Dafür, dass ihr seid, wie ihr seid. Mit euch ist essen wie Urlaub. Ein großes Glück :)
· den Cornflakes Cookies für lauthalses Krachen, und meiner Freundin Manu für das Rezept.

· dem Wochenmarkt für ein eiliges Sonntagmorgenfrohstück in Form von Buchweizenpfannküchlein. Schnell, süß, erfreut über das Zusammentreffen mit Himbeeren und Ahornsirup.

· meiner Edelstahlkuppel für kalte Bekanntschaften. Dich geb ich nicht mehr her!

· dem August für gelbe Bohnen. Knackig, leicht salzig. Natürlich mit Bo-Kraut. Oder Oregano.

· Sarah aus dem Gelben Haus für einen saftigscharfen, asiatisch ausgewürzten Gurkensalat mit Erdnuss.

· für nackte Kunst in der Küche, und zwischen den Seiten. Demnächst im Museum: Agnes Martin. Sehen und lesen. 

· Apro/po/s: Susann und Yannic für die schöne Post in meinem Kasten! Merci.

grün und gut (+ alles dazwischen) I fräulein text

#kulinarischerdank
grün und gut (+ alles dazwischen) I fräulein text

· der Melone für das, was sie am besten kann: lachende Münder hinterlassen.
 - - -

16.07.2015

im sommer

im sommer I fräulein text

Mandelmarzipanmilch
einflaschen

:
getrocknete 
Aprikosen
kitzeln 
das Aroma
noch mehr 
heraus

mal wieder
in Nachbars Garten
einen schönen Abend haben

Miró besuchen
den nächsten freien Blick
gibt es am ersten Mittwoch im August

Sirup der Holunderblüte unter frischen Käse heben

im sommer I fräulein text

Melone teilen // ZitroneBasilikumSchollen e(i)s/sen





im sommer I fräulein text
Wellen zählen
Salatrüschen in Maisbrotecken legen

bohnenschwarze Eisbrühe rühren
ja, Kaffee, nicht Tee ;)

Bataten wässern : für Frittenstäbchen
grobe Polenta macht meine übrigens knusprig : ansonsten ist das hier wohl : das Weiße vom Ei

tälern
für alle Lokalisten (falls hier welche lesen : Fragezeichen)
freitags steht Nermin aus dem Garten jetzt auf dem Jubi : Ausrufezeichen

im sommer I fräulein text

Ottolenghi und seinen Muscheln verfallen
jeden Morgen : den Salat aufmischen








im sommer I fräulein text

sonntagssüßen
mit : Nektarine : Himbeere : Vanille : Hafer : Vollkornweizen : Rohrohrzucker : Butter : Ofen : Schmand : Löffel

einen schönen Abend in Dü verbringen 
+ einen schönen Tag in Maastricht
: hall/o Mu
ja : Du


Kirschkerne fischen
aus der Butter

//
Die guten Seiten.
Die anderen in Gedanken.

Bleibt sonnig – und mittendrin.

01.06.2015

vor dem sommer

vor dem sommer I fräulein text

in Nachbars Garten sitzen
Holunderblüten untertauchen
über die goldene Kastanienkrone lächeln
durch die Blume/n blitzen





orangen rhabarber kompott I fräulein text

den Rhabarber mit Sahne überziehen
und Joghurt unterziehen

das Mus mit Orange rezeptiert sehr passend: Orangette. So gut!

(mangels Likör übrigens mit Cognac und Schalenabrieb samt O-Öl)



Orangen-Rhabarber-Kompott

500 Gramm Rhabarber (o auch etw mehr)
netto und in Stückchen

80 bis 100 Gramm Rohrohrzucker
Saft ziehen lassen

zwei Esslöffel Butter in einem Topf
bei mittlerer Hitze schmelzen

die gesüßten Rhabarberbrücken darin kurz aufköcheln
zusammen mit 
(einer Messerspitze Vanille)
zwei Esslöffel Cognac
und einer halben Tüte Orange

(im Original: Cointreau
+ ganz sicher funktioniert auch die Schale einer frischen O!)
nun bei niedriger Temperatur rührend weiterdünsten
:
wenn das KomPo eine musige Konsistenz erreicht hat
etwa nach 10 bis 15 Minuten
vom Herd ziehen

noch lauwarm
mit griechischem Joghurt
zu Wellengang verhelfen

davontragen
lassen
//





vor dem sommer I fräulein text

der Neugier nachschmecken
So blass wie das Wetter, aber überraschend gut: Ananaserdbeeren

mit zwei Häusern ins Wochenende ziehen





vor dem sommer I fräulein text

>Spring in den Mund<


Saltimbocca zwischen Blättern verköstlichen

der roten Beere fröhnen. Dann doch!
mit Mohn statt Raspel

+ püriert mit Ananas, Kokosmilch und Minze





vor dem sommer I fräulein text

über Post aus der Karamellküche freuen

Kohlrabi und Spargel verkochen:
Das Risotto ist mittlerweile ein Klassiker aus dem Handgelenk. Ein bisschen stolz bin ich schon.

Zum Schluss: Deckel drauf!


//
Ziemlich kulinarisch war es, vor dem So. Jetzt wünsche ich es mir doch ein bisschen wärmer. Ich möchte gerne raus. Mit Aroma, natürlich.

Lasst euch gut beleuchten im Ju/Ni.

18.03.2015

am meer

am meer I fräulein text
(
)

Die Nordsee ist immer ein guter Anfang. Für Gedanken. Für Abstand. Für Salzluft, die das Haar in krause Kurven legt, und für den Wind, der lauter kleine Falten ins Gesicht weht. Vor/Freude/Falten. Für dicken Butterkuchen unter einer noch dickeren Mandeldecke und schmalen Matjes in noch schmaleren Brötchen. Für Momente, die bleiben, weil sie so einfach sind. Für Weitblick und die Wirklichkeit, für neue Impulse und alte Muster, die ich dann doch echt gerne habe.
Dieser Ort hier hat mich in den letzten Wochen verunsichert. Fühlte sich irgendwie nicht mehr richtig an. Bin ich noch Fräulein Text? Was nach außen hin vielleicht klar und geradlinig aussieht, hat innerlich so viele Abzweigungen genommen, dass die Leichtigkeit verloren gegangen ist. Am Wort und an der >Welt<. Schwere Schultern und ein Druck im Ohr (der mich leider immer noch begleitet) haben mich auch körperlich Abstand halten lassen. Dabei zu viel rechts und links auf der Suche nach der Frage: Wo ist mein Fokus? Wahrscheinlich liegt er dann doch abseits der Wege und alles ist gar nicht so verkehrt, wie man es selber meint. Deshalb: Fräulein, weiter im Text.
 Es hat aufgehört zu schneien.

;
)

16.12.2014

zetteln

Schwedische Lussekater o Safrankatzen

Weihnachtsplätzchen: Rezept für Orangenschnitten und Vanillekipferl

In diesen Tagen ist es ein wenig kalt im Kopf. Umso schöner, wenn dann die Heizung anspringt und warme Gedankenluft durch den Bildschirm schickt. Weil ich sie so mag, die Listen (auch bei anderen immer wieder gerne), und die (vor)weihnachtliche tatsächlich überschaubar ist und Raum lässt, gibt es hier heute eine. Mit W und Froh und Aha und Mmh und So.

Backt kleine Katzen!
Und Kipferl und Schnitten, wenn ihr mögt.
Trinkt den Sonnenglühwein aus der >Photisserie< (läuft seit dem ersten Advent bei mir regelmäßig über den Schöpflöffel – mit Satsumarädern, Rum, ein bisschen mehr Anis und Nelke). 

Neben mir im Bett liegt gerade Gabriele.
Dazu stieß mich Katja (recht passend) auf das Alleinsein.

Es gefällt mir bei Cynthia – und so sehr bei Katrin.
Wenn noch Platz ist, muss es Ina Gartens Kuchen sein. Oder die Hörnchen von Frau Gold.

Verschenkt: >Der Tannenbaum<.
Rückenbeglückt: mich selbst. (Danke, Karamelo – für diesen schönen Tipp!)
Gewünscht: Ja doch, da wäre was: so ein Duftkubus wie der bei Nicola. Und Zirbennebel (zum Auffrischen der Erinnerungen). Apropos Nicola: Ich mag ihre Serie >Im Augenblick< sehr. Und Barbara durfte dank ihr auch schon einziehen.
Kann ich jetzt noch einen Adventskalender empfehlen – oder auch zwei?
Dieser hier wird täglich beklickt. Und Stephanies!

Zum ersten Mal werde ich eine Festheimkehrerin sein. Wenn auch anders: kurz vor der 24 noch austrauerwärts – und dann von dort wieder zurück ins eigene Zuhause. Vielleicht fühle ich trotzdem ein wenig von dem, was Julia schreibt.

Vintage Kerzenklemmen zierratundgold

ein 
Ewig
Lich(t)
°

Auf bald.

+
Was steht denn gerade auf eurem Zettel?

12.09.2014

so gesehen

oder
anders


Von oben strahlt der Herbst. Schimmert in die Rüschen der kleinen Briocheröcke, leuchtet in den Flaschen die Sonne aus - für die ich vier volle Hände Zitronen aus ihrer Haut schälte. Und dazwischen blitzt wieder einmal Grün in allen Farben hervor. Der Limoncello, (m)eine Premiere, kostet diese momentan im Dunkel aus, bevor er bald in andere Gläser und Hände fließt. Während ich fußwärts blättere. So gesehen.

Wer nippen möchte, löst die Schale von 16 Bio-Zitronen mit einem sparsam arbeitenden Schäler und übergießt diese mit einem Liter Alkohol (95%). Schirmt die Lösung bis zur nächsten Lösung ab vom Licht und wartet. Wartet, wartet, wartet. Mindestens 14 Tage, besser noch 21. Oder längerlänger. Separiert und filtert den Zitronenhol von den entfärbten Schalenstücken und gießt (nach meinem Geschmack) mit einer aufgekochten und abgekühlten - Lösung - aus 800 Gramm Feinzucker auf einen Liter Wasser auf. Füllt flaschenweise ab und stellt diese erneut und für eine weitere Woche dunkel beiseite. Schlürft anschließend eisgekühlt in kleinen Schlückchen dem Sommer hinterher.

Ganz schön stark.
Die gehäuteten Zitronen wurden übrigens von mir ausgepresst und würfelweise eingefroren. Für einen Vorhang zum Beispiel.

Ein zarter Dauerbrenner meiner Sommerküche ist/war der Glasnudelsalat mit einer blättrigen Korianderkrone. Fünfmal bereits so gerührt - oder (ein wenig) anders. Die Lust ist nicht verloren. Im Gegenteil: Sie wird mich bestimmt auch noch durch die Neun und die Zehn an den Löffel treiben.

Zwischen zwei Gabeln kurz ausgeflogen: So schön. So gesehen - durch die Fenster der Orangerie.

Und wieder einmal den >sonntagssüßen< Tisch gedeckt. In kleiner goldener Runde, umfächert von guten Menschen. Sehr gern gesehen. 

Hallo.

18.07.2014

gut kirschen essen

Crostata mit Sauerkirschkompott



cros s
 + 
nochmal
tata


Kirschen gehören für mich zum Sommer wie das offene (Schreibtisch-)Fenster und der lustige Rasensprenger. Wie der Geruch von frisch gestrichenem Jägerzaun, warme Nächte unterm Laken und der Garten meiner Kindheit. Neben zwei Johannisbeersträuchern stand dort ein hochgewachsener und heißgeliebter Sauerkirschbaum. Eimerweise kleine Fruchtnotendoppel zu pflücken war damals mit das Schönste. Heute – und an dieser Stelle – spielen die dunkelroten Bällchen ihr Lied im Mürbebett. Tönen würzig nach Nelke und etwas Zimt. Kuscheln sich siruptropfend ganz nah aneinander, zart bedeckt von knusprig gepinselten Teigstreifen. Stemmen sich gegen die Hitze von draußen mit einem warmen Geschmack im Mund.
Das Rezept (in nidaptierter Form) stammt aus der echten italienischen Küche, meinem ersten bewusst benutzten Kochbuch, mit dem ich mich vor 20 Jahren der süßen Seite der Arbeitsplatte zuwandte. Die >Zucotto< daraus, eine eisgekühlte Kuppeltorte, habe ich damals rauf und runter in die Schüssel gelegt. Seitdem nicht mehr – und der >Crostata di visciole< erging es (leider) ähnlich. Umso erstaunlicher, dass die Aromen so fest besetzt geblieben sind, dass sie heute wie früher famos schmecken. Zugegeben: Der Kuchen erfordert seine Zeit, Geschick und Geduld. Die Belohnung jedoch ist ein unglaublich aromatisches Fladenrund, das mit gleichwohl knusprig und samtiger Konsistenz zu bezirzen weiß. Vielleicht geht es euch ähnlich, und ihr zieht euch an allzu heißen Tagen temperaturtrotzend gerne in die Küche zurück. Nun, es wird auch wieder kühler. So ist es nicht.
Der Küchenschritt Nummer Eins lautet also: kompottieren. 800 Gramm Sauerkirschen (!) plus wollen entsteint werden. Das liefert nicht nur die nötige Ruhe, sondern auch eine nette Malerei. Zusammen mit der zartgehobelten Schale einer Bio-Zitrone wandern die Früchte anschließend in einen großen Topf. Zimt als Stange legt sich dazu, ebenso vier kleine Gewürznelken sowie 75 Gramm (je nach eurem Geschmack auch mehr!) Rohrohrzucker. Bei moderater Hitze deckeloffen einköcheln, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Das dauert: ein halbes Stündchen – oder länger.
Derweil: einen Mürbteig fabrizieren. Aus gemischten 300 Gramm Mehl (Typ 405 // Ich weise an dieser Stelle mal auf das Albkorn hin, das mir meine Freundin Juli in die Tüte schöpfte. In keinem anderen Monat könntest du so passen!) und 120 Gramm (Rohrohr-)Zucker. Rasch untergeknetete 100 Gramm weiche Butterflocken sowie 50 Gramm Butterschmalz. Ja, ich empfehle, auf das Schmalz nicht zu verzichten (im Original übrigens vom Schwein) – es verstärkt in der Tat den knusprigen Biss. Dazu ein Ei, zwei Eigelb, der Saft der Zitrone und eine Prise Salz. Schnell, geschmeidig und glatt sind die Attribute im Ergebnis. Die verpackte Kugel im Kühlschrank eine Stunde kaltstellen.
Nun: dem Ofen mit 175 Grad O/U einheizen, eine Springform (28er) buttern, zart mit Mehl bestäuben. Zwei Drittel des Teiges auf bemehltem Grund kreisförmig auswallen, in die Form einpassen und einen kleinen Rand (4 bis 5 cm) hochziehen. Das Kompott aufstreichen (unbedingt vorher Zitrone, Zimt und Nelke entfernen!), den vorwitzigen Rand über das Rot klappen und aus dem übrigen Teigdrittel zentimeterdicke Streifen für das typische Cros s tata-Gitter ausrollen und schneiden. Galant über den Kuchen legen und fingerspitzensanft mit flüssiger Sahne betupfen. Klassischerweise mit Eigelb und einem Schuss Milch, aber so geht es auch. Ab in die Wärme mit der Form für 30 bis 40 Minuten. Ist die Kirsche braun beknuspert, raus mit ihr! Abkühlen lassen, mit Puder bestäuben. In schmale Ecken schneiden, Klecks Schlagsahne drauf – wer mag – und an Italien denken. Bello/a.
Obwohl: Hier ist es heute auch sehr heiß.
Schönstes Sommwo.
Und gute Reise, liebe Sauerkirschbaumfreundin!

07.05.2014

zitrolie

Zitronensonne mit Ricotta

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Es schimmert nicht immer alles so rosa - selbst die Blüten nicht (mehr). Die kleine goldene Zitronensonne hat dennoch unlängst zu lächeln vermocht. Ich habe sie Suzy und dem Hasen vom Schirm stibitzt, quasi als Gesamtkomposition. Weil's so schön war. Dabei ist sie in meiner Küche ein wenig geschrumpft und hat zudem einen Schwung Polenta erhalten. Für den körnigen Biss, der manchmal fehlt (und sich als weißes Blatt bemerkbar macht/e.) 

Wie gut, dass es dann Fruchtgesichter gibt, die fröhlich stimmen. Auf den ersten Blick versteckt unter einer Schicht süßem Puder, doch beim Gabeln ziehen sie sich ordentlich in Form. Werden zu Mündern, zu Dreiviertelkreisen, quietschen ihr Inneres nach außen, sind mal hartnäckiger, mal weicher. Kommt darauf an. Also: Schnappt euch (die letzten/die ersten) Zitronen. Legt eine Decke auf den Teig. Beisst euch durch. Und buttert vor ...

... ein kleines Springbecken (20er). Wie sich das für ein gutes Bad gehört, ist Cremen aller Anfang - dafür trifft sich 130 Gramm weiche Butter mit 180 Gramm Rohrohrzucker, um sich vom Mixer geschmeidig machen zu lassen. Zwei kleine (!) Eier schälen sich aus ihrem Badeanzug und rutschen hinzu. Erneutes Rotieren plus ein weiteres R wie Ricotta, davon großzügige 200 Gramm. Plopp. Saft und Schale einer Bio-Zitrone sorgen für den sauren Sprizzz und eine Prise Salz für die Balance.

In einer separaten Wanne 130 Gramm Mehl (Typ 405) und 30 Gramm Polenta sowie zwei zart gehäufte Teelöffel Backpulver auf ein paar schnelle Bahnen schicken, angetrieben durch einen Löffel. Schwapp und ab - zu den anderen, vorsichtig unterheben. Liegt der Teig nun schwer und samtig in der Schüssel, ist es Zeit für den fördernden Spatel, der >ssssssst< die Masse beckenfertig macht. Als Tüpfelchen auf dem >ohhh< eine kleine - ebenfalls biologische - Zitrone in Scheiben säbeln (je dünner, desto besser!) und kreisförmig als sonnengelbe Decke auflegen. Wer mag, streut noch ein paar grobe Zuckerkörner auf, die schmackhaft in der Hitze karamellisieren. 

Den auf 180 Grad vorgeheizten Ofen öffnen, das Förmchen einstellen und bademeisterinnenhaft nach 50 bis 60 Minuten einen prüfenden Blick darauf werfen. Stäbchenprobe! Zu hell? Weiterbacken. Zu dunkel? Abdecken. Ihr wisst schon. Das Abzeichen wird erst bei angenehmer Bräune verliehen und dann, wenn der Puderzucker nach kurzer Abkühlpause sitzt.

Hinterher: Zitroneneis.

Noch bis Mitternacht: Gewinner werden!

30.12.2013

punkt(e)


nur was geht,
kann auch wiederkommen

.
.
.

Big Mohn Röllchen

Große Freude
handgelenkswarm
perlschön

Große Stille
>erbaut aus Dankbarkeit für ein gutes und erfülltes Leben<


Lauft golden über
–
 Bleibt gesund
–
auf bald
.
ich freue mich
!

22.12.2013

nusskuss (und frohe seiten)

wenden
<

Gestern war ein guter Tag. Kalt und ein bisschen windschnittig. Luftblau und sehr leise. Ein Tag, an dem sich ein kleiner Jahreskreis geschlossen hat. Es ging raus auf die geliebte >Blumige Höh'<, ein Weg, den ich am Anfang der Dreizehn hoffend oft gefahren bin. Zwischen den winterschlafenden Stauden brannte ein Sonnenwendfeuer, das auch innerlich Gedanken ausgekehrt hat. Neben den Schwarzkümmelsamen im Stockbrot schmeckte der Blick über das Tal. >Andächtig staunen. Entdecken und atmen.< Ja, Julie!

> wenden

Heute morgen beschlossen, dass es nie zu spät ist - und spontan Nussküsse in den Ofen geworfen. So spontan, wie das vom Gelb getrennte Weiß sein kann, welches vom Schnee übrig blieb. Zwei Rationen Drei-Zutaten-Küsse aus Eiklar, Zucker und Nuss. Kuss. Schluss. Klebrig fein. Ein bisschen genauer geht's auch: zwei kleine Eiweiß (Größe M) mit 90 Gramm (Rohrohr-)Zucker zu festem Schaum aufschlagen - und bitte ein kleines Schälchen voll (zwei Esslöffel) separieren. 125 Gramm gemahlene Haselnüsse spatelnd unterziehen. Mit einem Teelöffel kleine Berge fingerspitzenleicht aufs Backpapierblech streifen, eine Schneeflocke auftupfen und eine (geröstete) Haselnuss mittig einsetzen. Im vorgeheizten Ofen bei 140 Grad Umluft 20 bis 25 Minuten makrönen.

wenden <

Frohe Seiten, die sich als Lesezeichen festblättern

> die Adventsentdeckungen von a butterfly in my hair
< Katjas fabelhafter Gletscher.See.Glas.Baum
< Schöne Wörter. // Nur mit Worten. // Schutzgebiet für bedrohte Wörter. Sollen wir, Petra?
> Der Schaum der Tage. Okka hält übrigens noch ein paar Tipps für freie (Feier)Tage bereit ...
< Der Saisonkalender Alles zu seiner Zeit aus der >Photisserie<.
> Winter.
<
> a personal style.
< Geschenkpapier von Nataša - für die letzte oh, du fröhliche Minute.

> wenden

Von Herzen dank für all die wunderbare Weihnachtspost, die mich im Dezember erreicht hat. Ein sehr seelig stimmender Lichtblick.

Apropos: so viel schönes Licht bei Caro.

< wenden

Ich wünsch euch was. 

Das fabelhafte Kalenderblatt ist übrigens ein Entwurf von Anne // der Schneeball von Sandra. 

08.10.2013

oberflächenflitter


Linien
und
Blätter
.



Hindurch
Hopfen
.


Zurück von ein paar guten Tagen bei den Friesen habe ich mir ein Wort für die schöne Wörtersammlung mitgebracht: Oberflächenflitter. Bereits vor zwei Jahren versorgte mich Emil Nolde mit den schönsten Farben im Blumengarten (ein paar Samen der wunderwortschön gespinstigen >Jungfer im Grünen< steckte ich ein!), mit sonnenbespiegelten Fenstern, mit einer Weite, die sich fast schon schwer atmen lässt, so schön ist sie. Jetzt wieder, und dazu eben mit Oberflächenflitter. >Ich male Menschen und Oberflächenflitter<, sagte er - und gab mir das Wort.

Unterwegs noch Meer gesehen - und mehr: Monika Gryzmalas geschöpfte Werke nämlich. Papier-Installationen, die mich allein durch die blätternden Seiten beeindrucken. Sowas mag ich ja.

Und weil der Flitter so wunderbar auf die Netzhaut passt, ein paar Augenköstlichkeiten - und welche für die Ohren:
-- Fenster mit Spitze beziehen - und ein wenig Stärke.
 -- - Eine Feigen-Tarte-Tatin.
- MINE zuhören (entdeckt über Maria).
-  -- Die hat auch gleich noch 41 Gründe, den Herbst zu lieben.
    - - Endlich mal Schnitzbrot machen. Und Torbjörns eingelegte Gurken.
----- Handmade in Moste.
--- - Ein Besuch bei Caro.
- - - Annes Nusskuchen mit Quark.
  -       Immer wieder sehr gerne: Urban Notes.

                         -- Rogers Reise - und Gute Reise.     
           . Hallo again.

Ich bleibe meiner Linie treu. Manchmal.
Und manchmal auch nicht. Das ist mindestens so schön.

Auf Meer - und mehr Flitter! 

Apropos Linien: >Sie zieht die Sicherheitsnetze ein, die sie jahrzehntelang sorgfältig gespannt hat.< Das unendliche Blau.