29.03.2013

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Rugelach oder Mini Hörnchen mit Nougatfüllung

Heute schneit es.

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Ein frohes 

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Rugelach oder Mini Hörnchen mit Nougatfüllung

Über die freien Tage räume ich. Platz muss her, alte Dinge müssen weichen, vergessene sollen wieder Teil (der Küche) werden. Die erste Errungenschaft des Gründonnerstags: mehr Arbeitsfläche – und damit Raum für 96 Hörnchen. Raum für eine Hügellandschaft aus Nuss und Zucker, für raumgreifendes Rollen und Formen und kontrolliertes Wildsein. Ich gebe zu, ich bin so gar nicht aufgeräumt während des Backens und auch Kochens. Selbst beim Fotografieren wird manchmal fein geschummelt. Eine großzügige Handbewegung sorgt für ein freies Blickfeld. Alles einmal kurz raus aus der Szenerie.

Zurück zu den gerollten Falten: Ich entdeckte das jüdische Festgebäck namens >Rugelach< letzten Sonntag bei Sybille, die wiederum bei Petra fündig wurde. Im Inneren verbirgt sich ein weicher Kern aus Nougat. Wahnsinnig gut, wahnsinnig einfach, wahnsinnig niedlich. Apropos Nougat: Eigentlich war ich auf der Suche nach einem hochwertigen haselnussreichen (Bio-)Nougat. Habt ihr da eine Empfehlung für mich? Ich habe gestern eine Scheibe vom großen Confiserieblock verwendet. Den mochte ich auch, aber besser geht ja immer. 

Jedenfalls: Der Teig knetet sich zusammen aus 200 Gramm weicher Butter und 300 Gramm Mehl (Typ 405) sowie 1/8 Teelöffel Salz. Achtung: Staubt! Kurz angeknetet mischen sich noch 200 Gramm Frischkäse ein. Der Teig hat eine leicht klebrige Konsistenz, lässt sich aber später perfekt verarbeiten. Mindestens eine Stunde kühlen. Anschließend in sechs Portionsbälle teilen.

Die Nuss-Zucker-Mischung >anschütteln< aus 150 Gramm gemahlenen (und wer mag, auch gerösteten) Haselnüssen, 75 Gramm Rohrohrzucker und 75 Gramm Kandisfarin (und optional etwas Zimt). Einen Sechstelschwung auf die Arbeitsfläche streuen, Ball hineinsetzen, kurz von beiden Seiten anstreuen und dann zu einem dünnen kreisrunden Fladen ausrollen. Beidseitig und möglichst flächendeckend im Streu wälzen. Mit dem Messer jeden Fladen in 16 >Tortenstücke< teilen. Ich habe großzügig und unkonventionell aufgeviertelt – und nehme es da nicht so genau mit der einheitlichen Größe. Wer möchte, kann das Ganze natürlich auch exakter angehen – mit einem Tortenstückmarkierer zum Beispiel. Ein kleines Stück Nougat von der 200-Gramm-Gesamtscheibe an der breiten Seite des Dreiecks auflegen und dann zur Spitze hin ein- und aufrollen. (Wie ihr aus der 200 genau 96 Stücke bekommt, könnt ihr ebenfalls bei Petra nachlesen.) Für meinen Geschmack könnte es übrigens noch ein bisschen mehr Nougat sein beim nächsten Mal.

Ab aufs Backpapierblech (drei Fuhren sind es bestimmt!) und bei vorgeheizten 175 Grad gute 25 Minuten bräunen. Wie immer plusminus. Die Hörnchen sollen Farbe annehmen wie nach einem angenehm durchsonnten Sommerurlaub. Nicht zu dunkel, nicht zu blass. Schmecken warm perfekt, halten sich aber auch dosenverdunkelt frisch. Wie lange? Bis es aufhört zu schneien.

Euch schöne FrOstertage.

Die wunderbare Karte ist von Ieva Jansone.

24.03.2013

(gemeinsam) essen



Verwandtschaft, die

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Manchmal is(s)t alles so einfach. Ein Tisch, Menschen, gutes Essen. Wenn ich mich zurückerinnere, wurde schon immer gut gedeckt. In meiner Kindheit fanden die Geburtstage oft im Freien statt. Auf der wilden grünen Wiese wurde transportiert und portioniert. Auch im Garten gab es die besten Feste. Ja, ich esse gerne, ich mag gute Zutaten im Sinn von unverschmeckt und lebensnah - und ich bin dankbar dafür, dass ich mit dem Sinn dafür gefüttert wurde. Ich halte gerne Messer und Gabel in der Hand, picke mit den Fingern, schmatze mit guten Manieren - und freue mich unbändig über ein sattes Radieschenrot und ein frisches Stück Käse. Meine Mutter wünschte sich früher zum Geburtstag immer eine Schüssel frisch geschlagene Sahne - und mein Vater schloss sich als Kind mit entwendeten Streuseln im Badezimmer ein.

Im Postfach klebt erinnernd eine wohlige Notiz:
I know, when my mom made us help bake a cake 
I always loved the unbaked sauce best.
We used to lick the spoon and the bowl.
My brother and I fought over it.
Sugar rushes are so nice when you're a kid.
Lauter Verwandte. Wie die, des letzten Wochenendes. Die Momente wirken immer noch nach. Das Schüsselklappern, das Teeschlürfen, die Fünf-Hände-Butter. Die Ideen, die Liebe, die Details. Die Utensilien und die Wertschätzung. Ich schätze Menschen, die gutes Essen mit mir teilen. Wünsche mir manchmal mehr davon an meinen Tisch. Denn wenn ich eines möchte, dann ist es: nie aufhören zu riechen, zu schmecken, zu lernen, zu essen. So einfach ist das - manchmal.

Heißes Wurzelwasser

Süßhölzer kaufen (beim gut sortierten Gewürzhändler oder notfalls in der Apotheke)
Eine Stange pro Glas
In der Mitte durchbrechen
In (kochend) heißem Wasser stehen lassen
Schmeckt erdig, süßlich und nach Lakritz
Fröhlich darauf herumkauen
(Gut dosiert allerdings nur!)  

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Fotos: Peyman Azhari www.peymanazhari.com (1/2/9) :: Floor van Dinteren www.floorabella.com (3)

17.03.2013

tarte und tun


Weiter
fahren.

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Im Fußraum fuhr gestern Abend ein Mürbeteig mit mir über die Grenze. Unter der frischen Folie klebte nicht nur ein salziger Ball aus Mehl und Butter, sondern auch eine Erinnerung. In den letzten Wochen hingen viele schwere Gedanken. Klammerte kalte Luft im leeren Raum. Waren noch mehr verschlungene Wege als vorher. Mein Mantra am Arm der Schreibtischlampe deshalb: >Nicht verzagen<. Darunter saust ein Rad. Und was hat das nun mit der mangoldenen Tarte zu tun? 

Ich habe mir eine Freude in mein Wochenende eingebaut - und mir unbekannte Menschen. Eingebettet in gutes Essen: Ich war bei Floora bella in Holland, der wahrhaft wunderbaren Gastgeberin des guten Essens (und Hüterin der schönsten Küchenutensilien!). Wir fabrizierten mit ihr Granola und Butter und Rosmarin-Kuchen, einen Spinat-Ziegenkäse-Kasten, einen Beeren-Mandel-Pie und ein gutes Gefühl. Ein Gefühl der Gemeinsamkeit. Ja, das trifft es wohl wirklich am besten. Geschmacksgemeinsamkeit. Sehr viel wert. Reflektierte Aromen habe ich ebenfalls in mein Gedankenglas verschraubt. Für den Weg. Und: Wir fabrizierten eben auch einen Mürbeteig.

Der ist nun die Basis für diese salzige Tarte, die sich mir am heutigen Sonntag so gut an den Gaumen geheftet hat. Belegt mit einem weichen Kissen aus Quark, aus schlichten Käsehobeln, aus zwei Eiern, aus gedünstetem Mangold (in Zwiebeln kurz schwitzend), einem Spritzer Zitrone - mit Salz und Pfeffer schmackhaft gemacht und mit Dukkah. Diesen nussigen Gewürzpünktchen, die der Tarte die wirklich äußerst feine Würze schenken. Mir schenkte das Rezept - wie so oft - die fabelhafte Nicole Stich. Und weil die Tarte, geleitet vom Einfach-Tun, ein Lameng-Rezept ist (wie einst das kräutergrüne Pesto), versorge ich euch zumindest mit dem Rezept für das Dukkah.

Drei Esslöffel Haselnüsse und zwei Esslöffel Pinienkerne im Blitzhacker zerkleinern, nicht zu fein. Zusammen mit zwei Esslöffeln Sesamsamen trocken rösten. Pfannenfern abkühlen lassen. Zwei Esslöffel Koriandersamen, zwei Esslöffel Kreuzkümmelsamen und einen Esslöffel schwarzen Pfeffer ebenfalls einige Minuten anrösten. Mörsern - mit einem Teelöffel Meersalzflocken. Mit den Nüssen bekannt machen. Funktioniert am besten im geschlossenen (Einmach-)Glas. Schütteln! Schmeckt zu olivenölgetunkten Fladen - auf Butterbrot oder der Tarte. Zu ...? Über Ideen freue ich mich immer.

Apropos immer: Weiterfahren, ja?