Dienstag, 21. Oktober 2014

rezepte und geheimnisse aus der klosterküche

Rezepte und Geheimnisse aus der Klosterküche
Laurence und Gilles Laurendon

Gemüsegarten, Küche,
Heilkräuter, Süßigkeiten,
Marmeladen, Alkohol,
Liköre und Elixiere

272 Seiten


o oooo ooooo
Nonnenseufzer



Mit der Zeit - und der Erfahrung - bildet sich ein Eigengeschmack heraus. Das gilt ganz sicher auch für Kochbücher. Immer wieder animiert mich gebundenes Blatt, es zahlreich in die Hand zu nehmen. Die Freude daran lässt nicht nach, und wird es nie. Zu sehr verbinden sich (nicht nur im Rücken) Bilder, Kompositionen, Ideen, Ansätze und Geschichten zu einem Erlebnis auf Papier. Allerdings: Ich bin noch zielstrebiger geworden, weiß noch genauer, was mir schmeckt.

Die >Klosterküche< trifft.

Es ist die komponierte Suppe aus wesentlicher Bildsprache, wenigen, aber guten Zutaten kombiniert mit einem Bewusstsein für die Lebensmittel. Kennt ihr die Reihe >Zu Tisch in ...< auf Arte? Sie erinnert mich in ihrem Ansatz an dieses Buch. Weil sie mitnimmt, was da ist.


So konzentrieren sich die Rezepte auf zehn Kapitel, in denen die Mönche uns ihre Art des Kochens zeigen, die gleichsam ihrer Lebensart und dem Jahreslauf entsprechen: >einfach, schmackhaft und ausgewogen.< Sorgsam grundbedürftig eben. Ohne Firlefanz - und deshalb besonders schön.

Wir begleiten sie in den Gemüsegarten und ernten Bohnenkerne und Kopfsalat. Aus dem Hühnerstall entführen sie ein Huhn mit Blütengewand. Sie tischen uns Rindertopf mit Gewürzbrotsauce auf und ein Heilig-Geist-Ragout. Aus dem Wasser fischen sie Lachs mit Nusskruste und wildem Fenchel. Der Obstgarten schenkt ihnen eine Konfitüre aus schwarzen Kirschen und Walnüssen. Eine süßherbe Clementinenmarmelade. Pochierte Johannisbirnen. Im Kräutergarten sammeln sie Tee. Von den Feldern Buchweizen mit Pilzen. Milch verarbeiten sie zu Käsecreme aus der Garrigue - und als Zuckerbäcker lüften sie das Geheimnis der Schwestern Macarons. Sie zuckern Marzipankuchen mit Rosenwasser und frittieren kleine Nonnenseufzer. Ach. Aus dem Weinberg schöpfen sie ein Veilchenelixier und würzigen >Hypocras<. Und all' das mit Bedacht, mit Wertschätzung und Anmut.

So jedenfalls klingt die Sprache in meinen Augen nach. >Rezepte und Geheimnisse aus der Klosterküche< ist ein pupillenschmeichelnder Bildband mit ausgewählten Rezepten, die nicht überfordern, aber forden, den eigenen kulinarischen Ansatz immer wieder einmal zu überprüfen oder vielleicht neu auszurichten. Die satten Aufmacher und detailzarten Ilustrationen kitzeln meine Nerven dabei mindestens genauso.

Liegt ganz oben auf dem Stapel.
Das Gewürzbrot mit kandierten Früchten ist als erstes dran.
Die Schrift im Fließtext erinnert mich übrigens an die aus Nigels Küche/n/garten.
Plus. Punkt.

Danke an den AT Verlag, der mir dieses schöne Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Montag, 13. Oktober 2014

von äpfeln und einer birne


Premieren gilt es auszukosten. Die meine fand statt - na wo wohl? In der Küche. Gestern und ohne Anlauf ein Apfelstrudel mit selbstgezogenem Teig. Ein ganzes Strudelleben liegt nun noch vor mir, sagt Anna - und verspricht: du wirst >dei freid dro hoam<. Ich bin ganz sicher. Apropos: Wer bei der Hülle sicher gehen möchte, verleibt sich missboulettes Notizen ein. Die nämlich ließen mich ziehen ohne Löcher (zwei winzige einmal ausgenommen) und die Decke göttlich splittern. Strudel, du warst großartig.

Bei der Fülle setzte ich auf vier große mürbe Äpfel, in feinste Spalten aufgeblättert. Auf eine gebräunte Bröselschicht gegen das fruchtige Wässern - auch das wird hier >en detail< vermerkt. 40 Gramm Vollkornsemmel, 20 Gramm Butter. Auf drei Esslöffel Rohrohrzucker, auf eine Schicht Zimt und ja, auf Rosinen. Eine Handvoll in Rum. Micha verzichtet - generell und so passend an ihrem gestrigen Strudelsonntag. Die Hitze für die kräftig butterbepinselte Rolle: 200 vorgeheizte Grad und 40 Minuten. Eine zartsonnige Vanillepfütze floss auch noch dazu.

Für das nächste Ma(h)l liebäugel ich mit Quitten - oder der Birne. Die aus dem Bild mit der feinen Pünktchenschale heißt übrigens >Dr. Capron< und fiel mir im geliebten Garten zwischen die Blätter.

o o o                             oo

Es leuchten Girlanden im Fenster.
In Apfel, Birne, Vanille, Gold.

Strahlt euch den Herbst schön. 

P.S. Und deiner, Juli?

Dienstag, 30. September 2014

apfelrose


weit vom stamm

Passend zum Gemüt - und zur Sehnsucht - gab es / gibt es / wird es wieder geben: hauptbestreuselten Apfel, gewälzt in Rosenkonfitüre. In meiner Form: die Sylter >Rosa rogusa<. Dazu ein goldtropfender Eisballon. Klassisch Vanille. Wie an der See so. Und: Der >Crumble< funktioniert - im Gegenzug zur dritten Silbe (zumindest in den Norden) - rasend schnell. Die Ofenzeit mal abgezogen. Aber in der lässt es sich ja wunderbar der Luft nachhängen.

Wer möchte, krümelt mit, und würfelt in ein Quadrat (meins misst 20 x 20 cm) fünf große Augustäpfel klein. Gemischt, gesüßt und gewürzt je nach Gaumen mit zwei großen Löffeln rosiger Konfitüre und einer Messerspitze Vanillepulver. Angemerkt: Ihr solltet blumiges Süß gut riechen können; schmeckt äußerst intensiv. Bedeckt wird die geschwenkte Frucht anschließend mit einer Haube aus 150 Gramm Weizenmehl in der vollen Kornvariante, 50 Gramm gemahlenen Mandeln, 75 Gramm Rohrohrzucker und 100 Gramm Butterflocken - zwischen den Fingerkuppen zu kleinen Teiginseln verrieben. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad etwa 45 Minuten lang knusprig gebräunt. Noch warm mit einer Kugel Vanilleeis davon ver/ge/zehrt.

Dabei ein bisschen rumgeklickt:

// nicht nur in die Schleife von >Wo die Liebe hinfällt< - sondern überhaupt: in sein Album.
Hört und geht hin!

// bei Doro, die gerade ganze und halbe Wünsche zeichnet 
// durch Stadt Land Food
Apropos: den November notiert.

// ins Lookbook von wsake und Studio Oink

// mir das Rosen-Granola gemerkt
// sowie Julianes Quittentrüffel

// und ein Brot für die Seele


+ fest an dich gedacht. 



Merci Mimi für diese schöne Idee.