Verschlungen: Zitrone und Hefe. Ein Kranz am Sonntag – die Krönung auf dem Frühstückstisch. Butterweicher Hefeteig bestrichen mit Lemon Curd, in Stränge geschnitten, verzwirbelt und festgesteckt. Hagelzucker und Wärme geben dem Nest, was es braucht. Köstlich.
Was tischt ihr auf zum O So und O Mo? Erzählt es uns. Als Link unter diesem Beitrag oder auf unserer Seite. Gute Zeit!
Vor drei Jahren habe ich ein Bild im Netz entdeckt – von einer Frau, die da im Dämmerdunkel hantierte. Ihre Lippen ein knallroter Anziehungsmund. Sie gefiel mir. Und diese Woche >traf< ich sie wieder: Es ist Rachel Khoo. Sie lebt in Paris, rührt und kocht auf zwei Platten im kleinsten Restaurant der Stadt. >Little Paris Kitchen< ist ihr neues Buch, auf BBC TWO ist sie jeden Montag zu sehen, ich allerdings kanalisierte sie hier. In Episode 3 bäckt Rachel Madeleines – mit Lemon-Curd-Infusion und einer Himbeere. Die zarten Tatzen haben es mir sofort angetan. Sie sind flaumig, sie sind buttrig, das Curd ist der Kick, die Beere der fruchtige Tupfer, obenauf der Blütenbeerenstaub. Ein Strauß für euch, frohe Ostern.
Das Rezept könnt ihr Rachel von den Lippen ablesen, ich teile es aber gerne auch an dieser Stelle mit euch. Für 35/40 Madeleines 200 Gramm Butter schmelzen – zeitgleich 125 Gramm (Rohrohr-)Zucker und 3 Eier aneinander binden. Optional: noch einen ordentlichen Löffel Honig in der Butter versenken sowie nicht optional 60 Milliliter Milch. Ab damit zu Zucker und Ei. 200 Gramm gesiebtes Mehl (Typ 405) mit einem Päckchen Backpulver und dem Abrieb einer Zitrone o Orange mischen, mit dem Schneebesen unterrühren. Kühl stellen bzw kurz ruhen lassen. Währenddessen die Madeleineform buttern und mehlen, anschließend den Teig mit einem kleinen Löffel sorgfältig in die Mulden einfüllen; nur knapp bis unter den Rand, sonst geraten die Madeleines aus der Form. Beere in der Mitte platzieren (funktioniert auch prima mit der aus dem Tiefkühlfach). Vorgeheizte 180 Grad O/U, 10 bis 12 Minuten.
Sofort aus der Form lösen und das Curd – nach diesem Rezept – mit einem Spritzbeutel hinter der Beere positionieren. Ich habe auch die nackten Madeleines mit Zitronenbutter gefüllt. Einfach pieksen. Das Curd ist ein üppiges Glas, ihr könnt es also auch wunderbar noch für das Osterfrühstück einsetzen. Auf Zopf, Brioche oder Stuten.
In diesem Sinne: Ich wünsche euch Gutes. Durch die Blume, mit der Blume: frohfrohfroh. Bis ganz bald – spätestens zum >Süß< am Sonntag hier. Und weil wir gerade dabei sind: ein entzückter Fingerzeig auf Post aus meiner Küche. Noch mehr >Süß<, das fortan durch die Republik spazieren wird.
Blätter, blättern, weiterblättern. Zwischen den Seiten krümeln, einfach mal Tage überblättern, Ideen neu aufschlagen. Das sind die Gedanken des heutigen Sonntags. Das >Süß< in Blätterform mit Blütenform reiste in der klaren Tüte in den Süden auf einen fremden Tisch. Die Fahrt dorthin versüßte mir passenderweise ein sehr schönes Blätterwerk namens Apartamento, das ich auf Almas wunderbarem Blog gewann. Zur richtigen Zeit segelte es mir ins Postfach, so dass ich neue kluge Sätze lesend Kilometer um Kilometer ins Wochenende zurücklegen konnte.
Die buttrigzarten Mandelblätter fielen dafür erneut scheibchenweise vom zimtgetönten Teigblock. Der aus 115 Gramm Butter, 300 Gramm braunem Zucker, 1 Teelöffel Zimt, 1 Prise Salz und 75 Milliliter Wasser im heißen Topf zusammenschmolz – und dann durch 325 Gramm Mehl (Nummer 405), 1/4 Teelöffel Natron und 85 Gramm Mandelblättchen kühlschrankfein gemacht wurde. Die klebrige Masse wandert nämlich anschließend in einer rechteckigen Form samt Folienmantel über Nacht in den Kühlschrank, bevor sie am nächsten Tag in schmal gehobelten Scheiben auf ein Backblech plumpst. Mit Papierbett. 14 Minuten von der einen Seite, 14 Minuten von der anderen bei 160 Grad Umlufthitze. Knackiger Bräunungsgrad erwünscht.
(Das Rezept, das ich hier guten Geschmacks weiterreiche, stammt aus dem Buch >Geschenkideen aus der Küche< von Nicole Stich, welches ich hiermit ebenfalls sehr guten Gewissens weiterempfehle.)
Schnitt.
Mit dem heutigen >Süß> setzt sich auch eine Änderung an den Tisch: Stopp – es geht jetzt woanders lang! Das >Sonntagssüß< nimmt einen kleinen Richtungswechsel vor. Manchmal ist es wichtig, eine neue Spur zu befahren. Eine neue Landschaft, neue Eindrücke, neue Impulse – und dabei: sich selber treu bleiben. Vor 57 Sonntagen haben wir eine Idee geboren, von der wir nicht wussten, wohin sie uns tragen wird. Haben wir den Gedanken gefasst, dem Sonntag ein süßes Gesicht zu schenken. Nach 57 Sonntagen können wir sagen: Wow – es hat uns mehr als überrascht. Ihr habt uns mehr als überrascht. Habt mit uns gesüßt, geteilt, Genuss zelebriert, und wir haben sonntäglich die weiße Tischdecke ausgerollt und eine Köstlichkeitentafel auf Pinterest gedeckt. Bis auf 170 Kreationen habt ihr uns hochgesüßt. Eine beeindruckende Zahl – doch bei aller Liebe futtert eine solche Tafel auch ihre Zeit. Weil wir diese nun gerne wieder dem Sonntag und der Idee zurückgeben möchten, haben wir uns dazu entschieden, die Pinterest-Tafel in die Sonntagsruhe zu schicken.
Wir werden stattdessen den süßen Gedanken zu Facebook auf unsere Fanseite verlagern. Dort wird es weiterhin einen >Sammelbeitrag< geben, unter dem ihr euer Süß als Kommentar abgeben könnt. Wir werden die eingereichten Beiträge allerdings nicht mehr in der bisherigen Form moderieren. Dadurch, dass sich aber alle Süß-Beiträge gebündelt unter unserem Post befinden, habt ihr weiterhin eine schöne Übersicht der sonntagssüßen Kreationen. Wer nicht bei Facebook ist, den möchten wir nicht ausschließen: Wer Lust hat, kann dem jeweiligen Hauptakteur in Sachen Sonntagssüß nach wie vor gerne im Kommentarfeld des jeweiligen Blogs einen Link zum Süß hinterlassen. Übrigens: Die vergangenen Sonntage können natürlich unendlich rückgeblickt werden – fast 4.000 Köstlichkeiten wollen schließlich erst einmal nachgebacken werden, oder?
Kurz erwähnt sei noch: Hinter den Kulissen stehen wir natürlich nicht still. Wir haben uns als persönliches Dreiersüß gefunden, und als dieses tragen wir viele Ideen auf dem gedanklichen Tortenheber mit uns herum. Wir krümeln und grübeln. Öffnen und schließen die Ofentür, spinnen Zuckerfäden im Kopf. Sobald sich das Süß – in welcher weiteren Form auch immer – fassen lässt, lassen wir es euch wissen.
Wir wünschen uns, dass die Idee so stark ist, dass sie bleibt und sich immer weiterträgt. Das Sonntagssüß ist uns eine absolute Herzensangelegenheit aus den für uns wunderbaren Bausteinen Genuss, Beisammensein und einem kleinen alltagsausknipsenden Augenblick mit dem süßen Bissen im Mund.
Nochmal Schnitt.
Es wurde bereits fleißig spekuliert. Dazu ist zu sagen: Nein, kein Aprilscherz – und nein, es muss niemand zum Facebook-Ufer wechseln. Unsere Fanseite dort ist eine öffentliche Seite, die auch von Nicht-Facebook-Nutzern eingesehen werden kann. Allein der Tischservice auf Pinterest entfällt, ihr müsst quasi ein bisschen >mithelfen< in der Küche. Denn nach wie vor könnt ihr gerne euren Link zum >Süß< bei der jeweiligen Gastgeberin im Kommentarfeld hinterlassen und die anderen Köstlichkeiten natürlich dort auch einsehen! Nichtsdestotrotz nehmen wir uns eure Kommentare zu Herzen und werden eine alternative Lösung noch einmal überdenken. Schließlich gilt: Hoch soll er leben, der Sonntag!
An diesem Sonntag wird übrigens wie gehabt gesammelt – von Julie.