Mittwoch, 18. März 2015

am meer

am meer I fräulein text
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Die Nordsee ist immer ein guter Anfang. Für Gedanken. Für Abstand. Für Salzluft, die das Haar in krause Kurven legt und für den Wind, der lauter kleine Falten ins Gesicht weht. Vor/Freude/Falten. Für dicken Butterkuchen unter einer noch dickeren Mandeldecke und schmalen Matjes in noch schmaleren Brötchen. Für Momente, die bleiben, weil sie so einfach sind. Für Weitblick und die Wirklichkeit, für neue Impulse und alte Muster, die ich dann doch echt gerne habe.
Dieser Ort hier hat mich in den letzten Wochen verunsichert. Fühlte sich irgendwie nicht mehr richtig an. Bin ich noch Fräulein Text? Was nach außen hin vielleicht klar und geradlinig aussieht, hat innerlich so viele Abzweigungen genommen, dass die Leichtigkeit verloren gegangen ist. Am Wort und an der >Welt<. Schwere Schultern und ein Druck im Ohr (der mich leider immer noch begleitet) haben mich auch körperlich Abstand halten lassen. Dabei zu viel rechts und links auf der Suche nach der Frage: Wo ist mein Fokus? Wahrscheinlich liegt er dann doch abseits der Wege und alles ist gar nicht so verkehrt, wie man es selber meint. Deshalb: Fräulein, weiter im Text.
 Es hat aufgehört, zu schneien.

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