Sonntag, 17. März 2013

tarte und tun


Weiter
fahren.

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Im Fußraum fuhr gestern Abend ein Mürbeteig mit mir über die Grenze. Unter der frischen Folie klebte nicht nur ein salziger Ball aus Mehl und Butter, sondern auch eine Erinnerung. In den letzten Wochen hingen viele schwere Gedanken. Klammerte kalte Luft im leeren Raum. Waren noch mehr verschlungene Wege als vorher. Mein Mantra am Arm der Schreibtischlampe deshalb: >Nicht verzagen<. Darunter saust ein Rad. Und was hat das nun mit der mangoldenen Tarte zu tun? 

Ich habe mir eine Freude in mein Wochenende eingebaut - und mir unbekannte Menschen. Eingebettet in gutes Essen: Ich war bei Floora bella in Holland, der wahrhaft wunderbaren Gastgeberin des guten Essens (und Hüterin der schönsten Küchenutensilien!). Wir fabrizierten mit ihr Granola und Butter und Rosmarin-Kuchen, einen Spinat-Ziegenkäse-Kasten, einen Beeren-Mandel-Pie und ein gutes Gefühl. Ein Gefühl der Gemeinsamkeit. Ja, das trifft es wohl wirklich am besten. Geschmacksgemeinsamkeit. Sehr viel wert. Reflektierte Aromen habe ich ebenfalls in mein Gedankenglas verschraubt. Für den Weg. Und: Wir fabrizierten eben auch einen Mürbeteig.

Der ist nun die Basis für diese salzige Tarte, die sich mir am heutigen Sonntag so gut an den Gaumen geheftet hat. Belegt mit einem weichen Kissen aus Quark, aus schlichten Käsehobeln, aus zwei Eiern, aus gedünstetem Mangold (in Zwiebeln kurz schwitzend), einem Spritzer Zitrone - mit Salz und Pfeffer schmackhaft gemacht und mit Dukkah. Diesen nussigen Gewürzpünktchen, die der Tarte die wirklich äußerst feine Würze schenken. Mir schenkte das Rezept - wie so oft - die fabelhafte Nicole Stich. Und weil die Tarte, geleitet vom Einfach-Tun, ein Lameng-Rezept ist (wie einst das kräutergrüne Pesto), versorge ich euch zumindest mit dem Rezept für das Dukkah.

Drei Esslöffel Haselnüsse und zwei Esslöffel Pinienkerne im Blitzhacker zerkleinern, nicht zu fein. Zusammen mit zwei Esslöffeln Sesamsamen trocken rösten. Pfannenfern abkühlen lassen. Zwei Esslöffel Koriandersamen, zwei Esslöffel Kreuzkümmelsamen und einen Esslöffel schwarzen Pfeffer ebenfalls einige Minuten anrösten. Mörsern - mit einem Teelöffel Meersalzflocken. Mit den Nüssen bekannt machen. Funktioniert am besten im geschlossenen (Einmach-)Glas. Schütteln! Schmeckt zu olivenölgetunkten Fladen - auf Butterbrot oder der Tarte. Zu ...? Über Ideen freue ich mich immer.

Apropos immer: Weiterfahren, ja?

Kommentare:

  1. Nina und verzagen... pffffhh.... die kennt Fräulein Naschön nicht!

    Wie schön, dass die Liebe zum Essen und Kochen so verbinden kann. Ich zweifle keinen Augenblick daran!

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  2. Ja, neues Erleben hilft gegen alte Lasten! Schön...! Sei lieb gegrüßt

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  3. oh ni, wie freu ich mich für dich, dass du dort dabei sein konntest. noch schöner, wenn das fazit geschmacksgemeinsamkeit ist!

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  4. wie sie herüberflocken zu mir, deine wörter, wie blütenblätter. und da lege ich sie in mein gedankenglas und freue mich daran, wenn doch das verzagen wieder kommen will.

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  5. Weiterfahren, ja! JA!
    Wie schön, dass Du dabei warst. Zum Teilen, zum gemeinsamen Schmecken. :)

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    1. wir schmecken auch mal gemeinsam, ja?

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    2. Oh, das wäre fein! :)
      Wäre Mettmann nur nicht so weit!

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  6. Reisen und Kochen gegen schwere Gedanken ist gut! Dein Mantra ist auch meines, ich hänge es gleich an die Leuchte! Liebe Grüße, Wiebke

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  7. dein mantra ist gut.
    bisher hatte ich nichts übrig für mantras.
    allein das wort ist mir zuwider, haha.
    aber seit einer woche habe ich auch eines: nicht die nerven verlieren!
    und ich muss sagen es hilft..
    ___
    tine

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    1. schön klingt's nicht, ich gebe es zu. dies hat meine mutter mir dagelassen. ich mag das wort verzagen - das wiederum klingt irgendwie schön. der klang nimmt die schwere heraus. ich musste verbindend leise lächeln, als ich deins erspäht habe :)

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  8. Nicht verzagen! Weiter wagen - weiter in jedem Fall!

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  9. Verzagen mag ich sehr, das Wort. Es hat ein kleines Zögern in sich, das nicht achtlos nach vorne prescht.

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  10. wie wunderbar gut für DICH!
    und ich denke mal, es war noch schöner als ich mir das vorstellen kann.
    gibt´s vielleicht noch mehr dazu, zum gemeinsamen speisen?

    grüne mangold-hoffnung.
    nicht anhalten!

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  11. Vielleicht schmeckt dir Dukkah auch so... ♥

    http://tomatenbluete.wordpress.com/2013/03/07/aus-sultans-kuchen/

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    1. oha, da hast du mich erwischt! ich glaube, ich bin die größte eigelbphobikerin unter der sonne. zumindest außerhalb eines süß'. es gilt: aus den augen aus dem sinn ;-)

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  12. nicht verzagen... eigentlich ein wirklich schöner ausdruck.
    V E R Z A G E N.
    ich frage mich woher er kommt...
    danke. marleen

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  13. nun hab ich ein wohliges gefühl im bauch - ohne mitgegessen zu haben...einfach so, durchs lesen und gucken;)
    danke dafür sagt birgit

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  14. Ich hoffe, Du warst nicht in der Nähe von Utrecht, dann hättest Du hier eine Tasse Kaf... Tee einnehmen müssen. :)
    Nicht verzagen. Das habe ich lange nicht gehört. Schön! Und hilft als Ruhestifter auf den verschlungenen Pfaden, so hoffe ich.

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Ich danke - und freue mich :)