Donnerstag, 30. August 2012

cornflakes


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Maismäulchen. 

Habt ihr früher auch so viel Freude daran gehabt, eure Finger in die Löwenschnuten zu stecken, um sie zu öffnen? Ich hatte Ewigkeiten keine mehr in der Hand und in der Vase. Diese beiden stammen aus einem wild gepflückten Wiesensträußchen - und gehen nach ihrem Abgang doch locker als Maisflocken durch. Finde ich zumindest. Für das gemeinsame Bild mit den Cookies jedenfalls, waren sie wie gemacht. Apropos Blumen: Anna steckt immer wieder wunderschöne >Tiny Bouquets< - und nicht nur das.

Aber zurück zu den Flocken: Ich bin vernarrt in diese wohlgewogenen Schiffchen - und könnte mich gerade nur noch von versenktem Mais ernähren. Einst krachte so ein Cookie bei Maren in Amsterdam in meinen Mund; diese ausgefeilten Flocken hier stammen aus dem Rezeptheft meiner Freundin Manu. Und ich gebe sie jetzt einfach mal weiter. Weil Gutes in die Welt gehört. (Hörst Du?)

Für 24 Kekse brauchen einander: 140 Gramm weiche Butter (als erstes zwei Minuten schaumig schlagen!), 40 Gramm weißer Zucker und 40 Gramm brauner Zucker, das Mark einer halben Vanilleschote, eine Prise Salz sowie ein kleines Ei. Gut miteinander verrühren. 175 Gramm Mehl und 1/2 Teelöffel Backpulver zu einem Begleiter vermischen und unter die Masse bringen. Zum Schluss noch die Hauptakteure, 100 Gramm Cornflakes (meine Wahl fiel auf die etwas weniger süßen von >Alnatura<), einarbeiten. Den Backofen anschmeissen auf 160 Grad Umluft für zwei Bleche gleichzeitig, oder 180 Grad Ober-/Unterhitze für zwei Bleche nacheinander. Kleine Bällchen formen - oder wie ich es mache - mit dem Mini-Eisportionierer Kugeln auf die (Back-)Matte setzen. Egal wie: plattdrücken! Bleche einrasten, etwa 15 Minuten den zarten goldgelben Teint fördern und anschließend abkühlen lassen.

Zubeissen. An den Rändern kracht es besonders schön.

Sonntag, 26. August 2012

spätsonntag

Märchenstunde mit Christian Jackson. >Sonntagssüß< ohne eigenes Zutun. Folk & Proud. Zauberkraft verleiht Simone von raumundlicht. >Gibson Roll< von Elisabeth. ISAR RING No. 7 von Saskia Diez. Schälmesser von Robert Herder über freundts.
Sahne-Nuss gab den farblichen Impuls, ein verregneter Sonntag tat sein Übriges. Rost und Kupfer als Tupfer leuchten dem Herbst entgegen. Heute morgen: Endlich mal wieder spaziert. Mit Stiefeln im Regen, die Kapuze wie eine Badehaube über den Kopf gestülpt. Die Luft ist krisp, es weht ein leichter Wind, es tropft. Die schönste Jahreszeit steht (für mich) bevor. Alle Gedanken regnen aus dem Kopf. 

Am Nachmittag in die Blumen rausgerauscht - auf die >Ronsdorfer Höhe<. Ein Ort in den >Bergen<, eine Staudengärtnerei, die mich wohlig begrünt. Zwischen den Pflanzflächen wandern und neue Namen kennenlernen. >Goldlöckchen< zum Beispiel. Die >Villa Wellblech< mit dem Kauf von acht Postkarten unterstützt - und dazu noch eine Tüte aus der Pflanzenkartothek abgestaubt.

Ach, Katja kennt den Duft, der kommt.
Und Anne hat Sand zwischen den Zehen.

Der Spätsommer ist wunderbar.

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Beginnt die Woche gut!

Montag, 20. August 2012

sahne und butter

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Vorhang auf.


Während es draußen heizt, fröstel ich drinnen - vor dem Kühlschrank. Die Temperaturen hauen mich aus den Socken und lassen mich in meinen vertrauten Räumen zurück. Ich hantiere trotzdem mit Sahne und Butter. Surfe mit Julie auf der Pick nick welle, die an den Abenden heranrauscht. Dann, wenn der Sommer gut wird. Wenn unter Bäumen laue Luft schawänzelt.

Für solch' einen Abend sprang auch wieder mal ein >Sonntagssüß< heraus. Panna Cotta mit
beschwipster Kaffeepfütze. Die der Ungeduld - und ja, den Temperaturen auch - unterschiedlich versank. Die ganz rechte Version stellt den Originalzustand dar, alles andere ist ein kleiner Untergang. Gipfelt allerdings im Geschmack. Der den köstlichen Tagen von Nicole Stich entstammt.

Ich rührte außerdem Butter mit Limette und Parmesan zusammen. Der Clou: die Parmesanstückchen in der Butter, auf die man ganz unverhofft trifft, wie auf kostbare Kristalle. (Die Idee entnahm ich übrigens der Tomaten-Basilikum-Butter meiner Freundin Manu, die den Parmesanzufall durch einen entkräfteten Pürierstanb hervorrief. Danke!) Für ein Töpfchen aus dem Handgelenk braucht es Sauerrahmbutter (sagen wir mal 150 Gramm), einen kräftigen Schub Salz und Pfeffer, den Limettenabrieb einer Frucht plus einen ordentlichen Spritzer Saft sowie Parmesanbruchstücke nach Augenmaß und Zunge. Das Ganze in eine >Moulinette< befördern und pulsieren, bis sich die Zutaten gut vermischt haben, der Käse aber noch deutlich sichtbar ist. In ein (Einmach-)Glas spachteln und kühlstellen. Anschließend aufstreichen - auf luftiges Weißbrot. Oder herzhaftes Roggen. Oder auf Knäcke.


Und mir verraten, welches eure liebste Butterbekanntschaft ist, bitte.

Donnerstag, 16. August 2012

blau


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Bis zu den Schultern untergehen.




Aus der blaugrauen Stimmung mit Blau pur zurückgekehrt. Grüßt euch, treue Sommerseelen. Vom Wind getragen in die Wellen, bis zu den Schultern eingetaucht, hat mich der Weg in blaues Land geführt. Dort wo Nord- und Ostsee grenzen. Teils bekannte Pfade, teils neue Strecken. Von Freunden gesäumt. Über eine kleine und eine große Brücke hinauf zum Wunschpunkt gefahren. Ganz oben hat die Sehnsucht einen Platz gefunden. Ein Ort für Herzblühen. 

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Herzblüten. 

Wo ist nun dieser blaue Ort, von dessen grünen Gipfel aus, ich Stegschwimmer und Schweden sah? In Humlebæk, im Louisiana Museum. Ja, es ist das schönste Museum der Welt - ohne jemals alle Museen der Welt gesehen zu haben. Für mich ist es das. Die gelassene Harmonie von Kunst und Mensch. Der grandiose Platz direkt am Wasser. Stunden über Eck sitzen, im linken Augenwinkel der Blick auf diese immer wieder neu gespannte Oberfläche, auf das leise Schaukeln. Aufstehen.

Aufstehen, sehen, über grüne Flächen gehen, durch gläserne Tunnel sich schleichen, wundern, stehenbleiben, atmen, danken. Die Worte dafür: Vielleicht wie richtig guten Käsekuchen essen. Quarkschmelze in Verbindung mit Zeit. Zeit braucht es, einen Tag im Minimum. Und anschließend schwimmen gehen. Und auf das Käsekuchengefühl noch zuckerknarzende >Snegle< essen. Oder frischbedeckten Drømmekage - von Brødsnedkeren. Kleben bleiben.

Am >Strandvej< entlangfahren (bis Kopenhagen wer will). Brot mit Salzbutter essen. Im Supermarkt Verpackungen ablaufen. Über riesige Waffelhörnchen lachen. Einfach nur auf's Wasser schauen. Erst auf die Straße, dann auf den Steg, dann auf das Wasser. Staunen über 8 Millionen Kronen teure Häuser. Bei Karen Blixen stoppen. (Babettes Fest war so nah, K!). Auf halbem Wege übernachten. An Landstraßen in Gläser gucken. Teller einstecken.

Kann nicht länger Sommer sein?

Brødsnedkeren * Humlebæk Strandvej 52 * Humlebæk // Enghavegård Bed & Breakfast * Kertemindevej * Bovense (Fünen) * Karen Blixen Café * Rungsted Strandvej 111 * Rungsted Kyst // Louisiana Museum * Gl Strandvej 13 * Humlebæk