Sonntag, 29. Januar 2012

blau und grau und gold

>Time to eat< von Karamelo.



Es verzog sich: vom gestrigen Blau zum heutigen Grau. Dagegen hilft mir: eine Runde an der Luft und ein Stapel Pfannkuchen. Nach einem Rezept von >Jamie<. Die Pancakes, wie er sie nennt, waren einst mein erstes Rezept, das ich nach >unserem< Kennenlernen probierte.  Zweitausendrei war es, so meine ich. Über die Jahre ist die Begeisterung für das fluffige Rund geblieben. Wie ein Schwamm saugen die Pfannkuchen alle trüben Gedanken auf. Wie in einem Schwamm versinken auch Ahornsirup und Zähne. Gibt es etwas Besseres für den heutigen Sonntag? Nein!

Damit auch ihr in Zukunft für graue Sonntage gewappnet seid, teilen >wir< das Rezept. Für einen Stapel bestehend aus vier Pfannkuchen (bei größerem Hunger einfach die Menge verdoppeln!) trenne ich ein großes Ei und schlage das Weiße mit einer Prise Salz auf. Das Gelb rühre ich mit 60 Gramm Mehl, 1/2 Teelöffel Backpulver und 70 Milliliter Milch zu einer homogenen Masse zusammen. Dann mischt sich das Eiweiß wieder ein. Locker unterheben. Einer beschichteten Pfanne (oder alternativ einer unbeschichteten mit etwas Butterschmalz) mäßig einheizen. Eine kleine Kelle Teig hineingießen und 2 bis 3 Minuten backen - mit Gefühl und Wende bis das Küchlein golden ist. Sind alle Runden parat, aufstapeln, mit Ahornsirup >bewässern< und aufgabeln.

Und was passt heute auf eure Gabel - oder ist es ein Löffel? Julie sammelt und pinnt.

Mittwoch, 25. Januar 2012

sonne


Zitronig geht es weiter. Aber erstmal: Tausend Dank für die vielen netten, herzlichen, munternden Kommentare zum Eis. Ich freue mich sehr, wenn es gefällt. Und weil die Zitrone so eine wunderbare Sonne im Winter ist, habe ich mir als Gegensatz zu den Kugeln heute kleine saftige Quadrate gebaut. Mundgerechte Suchtstückchen. Knackiger Mürbteig mit einem sauersüßen Genussbelag und Schneeflockendecke. Wenn sich draußen schon nichts tut (zumindest hier im Westen).

Die Schnitten waren einst mein süßer Einstieg ins Bloggerleben. Letzte Woche außerdem verschlang ich solche Zitronenkalorien im Salon Schmitz - und nahm den Geschmack quasi mit nach Hause. Tage, Monate, ein Jahr ist vergangen und ich habe sie in der Zeit ein wenig optimiert. Mit >Fleur de Sel<, etwas weniger Mehl und 2 Minuten weniger Backzeit. Diesmal waren sie uhhuhhuhhh ... superformidabel. Probieren, testen, dran drehen (am Rezept) ist mein Tipp für euch. Dazu Sonne - und mehr.

Das schmeckt.

Sonntag, 22. Januar 2012

zitroneneis


Sonntag: Schnee und Eis. Zitronenbällchen, die nicht schmelzen, sondern bleiben. Für immer. Sie  strecken ihre Hände nach ihnen aus. Die Zitronen als Kugeln sind eiskaltes Verlangen. Und mein Beitrag zum >DaWanda Blogger Wettbewerb<. Auch mich beschickte Anna (von DaWanda) mit einer Portion >FIMOair Light<. Weiße Luftbläschenmasse, so cremig und schmelzzart. Die Idee sollte für mich süß und simpel sein. Mit dem Eisgriff aus Edelstahl rollte ich kleine Bälle mit Zipfeln, ließ sie trocknen und klebte mit Heißkleber eine Broschennadel an. (In diesem Fall verträgt sich Heiß und Kalt bestens!) Finito. Und >bello<, wie ich finde. 

Wie findet ihr es? Denn das Wort Wettbewerb besagt, dass außer mir natürlich viele weitere Ideenfimoisten unterwegs sind - und nur die meisten Kommentare heimsen den Gewinn ein. Wenn ihr etwas zu sagen habt, freue ich mich sehr. Bis zum 31. Januar habt ihr die Zeit hier in der Box zu kommentieren. Alle teilnehmenden Beiträge gibt es gesammelt auf dem Dawanda Blog zu bestaunen ... Auf los geht's los. Los!

P.S. Den Schneegrund lieferte mir FROH!: Lesen in Saus und Braus.

>Sonntagssüß< heute bei Katrin.

Mittwoch, 18. Januar 2012

brot


Ich liebe gutes Brot. Und so knetete - nein, falsch! - rührte ich unlängst diesen prächtigen Laib zusammen. Das No-Knead-Bread geht schon seit einigen Jahren in den Blogs der Welt auf, und im Frühling kostete ich das Topfbrot >live< bei Katrin an. Nach meinen Überlegungen, wie genau ich den insgesamt 22-stündigen Vorgang am besten in meinen Tagesablauf integrieren kann, setzte ich den Teig am Freitag mittag an, um die aufgeplusterte Kugel dann am Samstag vormittag in den Ofen zu schieben. Und, um es gleich vorwegzunehmen: Es war so gut. So gut. Nur bebuttert und be(himbeer)salzt. Begeisterung. Luftig, dabei kräftig, schön bekrustet, auf der Unterseite ein Labyrinth in Mehl. Ich schwärme - und das gleich beim ersten Anlauf.

Wer jetzt nachschwärmen möchte, dem sei verraten, dass ich für das Brot 435 Gramm Mehl (Typ 550 von Alnatura) in einer Schüssel mit 12 Gramm Salz (in meinem Fall war das ein leicht gehäufter Esslöffel) und 1! Gramm Trockenhefe verwischt habe. Und schließlich mit 350 Milliliter lauwarmem Wasser >aufgefüllt<. So habe ich es aus den sehr ausführlichen Schriften von Katharina entnommen, die dazu auch noch einen Zeitplan für das Brot bereithält - und so wurde es perfekt.

Der Vollständigkeit halber der weitere Vorgang: Wasser hinzu und mit den Händen oder einem Holzlöffel grob durchrühren bis sich alles zu einer feucht-klebrigen Masse vermischt hat. Nicht zu lange rühren! Dann mit Frischhaltefolie bedecken und an einem neutralwarmen Ort für 18 Stunden in Ruhe lassen. Nach dieser Zeit sollten sich Bläschen gebildet haben - und der Teig ist bereit für die Fortsetzung. Aus der Schüssel heraus auf ein gemehltes Tuch spachteln. Der Teig platscht ins Textil. Von allen vier Seiten einschlagen, umdrehen und bedeckt weitere 2 Stunden gehen lassen. Kurz vor Ende der zwei Stunden den Backofen mitsamt eines gusseisernen Topfs (das ist der Trick am Brot!) und Deckel (Achtung: Bitte versichern, ob der Deckelknopf der Hitze gewachsen ist.) auf 250 Grad Ober- und Unterhitze erhitzen. Deckel abnehmen, den Brotlaib einfach in den heißen Topf plumpsen lassen, Deckel wieder drauf und 30 Minuten warten. Dann den Deckel abnehmen und weitere 15 Minuten bräunen lassen. Fertig.

So gut. Ich wiederhole mich zum Schluss gerne.

Für alles Gusstopflosen: Funktioniert auch prima im Römer.

Sonntag, 15. Januar 2012

butter und mandeln


Im Morgenlicht räkelt sich das Mandeldeckenrund. Nachdem Amelie bereits zu Weihnachten ihre Decke ausbreitete, weckte sie auch das Verlangen auf dieses deckende Süß bei mir. 
>Guten Tag Lucien, könnte ich bitte ein Päckchen Hefe haben? Ist es für Mademoiselle Amelie? Dann bäckt sie sicher ihren berühmten Butterkuchen für Sie! Hey, Collignon! Los, bring' die Hefe ...!< Verführt - Punkt.
Nur ein bisschen anders: Das Rezept ist von Paule, und ich backe für mich. Fühle mich dabei ein bisschen nach Paris und Nordsee. Durch die Mandelblättchen als Zusatz, die mich an friesische Teestuben erinnern. Dort wurde auch immer so schön gedeckt. Und Butter, die in (kleinen) Löchern versinkt. Erinnerung und Sonntag pur.

Schmeckt es euch heute auch wieder? Sagt mir doch, was genau bei euch aus der Küche kommt - ich hieve es später auf die Tafel.

Freitag, 13. Januar 2012

granat



Verletzt ist der Granat. Und am Ende meine Rettung. Des Morgens - des Freitagmorgens. Entkernt, gepresst, mit pulsiertem Naturjoghurt und einer Spitze Zimt. Ich schlürfe dem Wochenende entgegen. Der Granatapfel ist so wunderbar: das Knacken der Kerne, der rote Saft, die Küche schwimmt. Doch die Sonne steht auf ihm, schimmert heilend in die Wunde. Und dann komme ich. 

Und ich las bei >Jamie< über den Apfel und wie man seinen Saft gewinnt. Halbieren und in die Zitronenpresse einschrauben. Durch ein Sieb seihen und für die letzten Tropfen die Kerne mit einem Holzlöffel restentsaften. Funktioniert perfekt. Für das Getränk gewann ich noch eine Blutorange, schäumte 300 Gramm Joghurt und etwas Zimt mit dem Zauberstab auf, flößte beides in ein Glas, toppte das Ganze mit ein paar Kernen und zog kräftig am Halm. Wochenende, ich fühle mich bereit für dich.

Wir sehen uns am Sonntag wieder. 

Macht es euch gut.

P.S.: Für Julie - und alle anderen, die ihren Granatapfel ohne große Kleckerei zerkleinern möchten, sei kurz der >Wassertrick< erklärt: Eine Schüssel mit kaltem Wasser füllen, den Granatapfel halbieren und dann unter Wasser in Stücke brechen, die Kerne auslösen und von der weißen Membran befreien. Diese steigt dann wie von selbst an die Wasseroberfläche, wo sie sich einfach abschöpfen lässt. Die großen Schalen ebenfalls entfernen - voilà: die Kerne bleiben. Ich handhabe das immer so, allerdings geht der schöne Saft dabei verloren. Um diesen zu gewinnen, wende ich nun den >Zitruspressentrick< an. 

P.P.S: Und Maja wies mich auf einen weiteren Trick von Martha Stewart hin - der mit dem Löffel. Ihr habt nun die Wahl ...

Dienstag, 10. Januar 2012

räume(n)


Irgendwie noch immer ein wenig festgeklemmt im (Rücken-)Schmerz, betrete ich heute zaghaft wieder die Bühne. Hallo 12, hallo ihr, hallo hallo. Ich wünsche euch alles Glück.

Einfach mal loslassen - und schauen, wie die virtuelle Welt weiterzieht, ohne dass ich aktiv ein Teil davon bin, hat (gezwungenermaßen) ganz gutgetan. Wo sich kein Schnee räumen lässt, räume ich Gedanken. Platz kann nur bleiben, wenn etwas geht. Mal sehen, wie es weiter geht. Dinge bewusster auswählen, Momente bewusster kosten und das Leben selbstwissender gestalten. Mich nicht verrückt machen. So könnte es gehen. Über-den-Tellerrand-gucken ist gut. Zuviel Über-den-Tellerand-gucken ist nicht gut - für meine Linie. 

Apropos Linie, die andere: >Eat well, travel often<. So könnte es auch gehen. Bei dieser Linie bin ich nicht so zimperlich - und lasse das dann mal meinen Jahresleitfaden sein. 

Weniger kritisch sein gehört übrigens auch noch dazu. (Die Muffins in der Nachbackversion waren mit einem Abstandsbissen dann doch ziemlich gut, Cousine!)

Auf bald.